WTV zum Welt-Eier-Tag: „Wir wollen keinen Fipronil-Likör“

WTV zum Welt-Eier-Tag: Dringender Handlungsbedarf zum Schutz der heimischen Eierwirtschaft. Gesetzliche Kennzeichnung aller Eiprodukte, die in den heimischen Handel gelangen.

Vösendorf (OTS) - Freitag ist Ei-Tag: Morgen wird offiziell der Welt-Eier-Tag begangen. In diesem Jahr kein leichtes Unterfangen, wird er doch vom Fipronil-Skandal überschattet, der auch durch Österreich seine Kreise zieht und die heimischen Eierproduzenten in Misskredit bringt. Dabei können sich die Konsumentinnen und Konsumenten sicher sein, dass heimische Eier pestizidfrei sind: „Das Niveau in Sachen Legehennenhaltung ist höher als in den meisten Ländern der EU, die Eierdatenbank garantiert wahrheitsgemäße Angabe der Herkunft und der Haltungsart. Es gibt in der Produktion von Eiern und Geflügel seit Längerem eine Zusammenarbeit zwischen Bäuerinnen und Bauern, den Interessensvertretungen der Landwirtschaft, der AMA und Tierschutzvereinen wie dem WTV. So kann der Bevölkerung garantiert werden, dass die Kontrollen österreichischer Legehennen bei jenen Betrieben, die unter dem Gütezeichenprogramm „tierschutzgeprüft“ produzieren,  zuverlässig sind. Nur durch dieses Qualitätssicherungs-System konnten in diesem Segment auch höhere Preise für die Produzentinnen und Produzenten gesichert werden“, sagt WTV Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV) die auch ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung ist.

Fipronil-Eier dennoch gefährlich

Doch Fipronil-Eier können ihren Weg auf andere Weise auf die Teller der Österreicherinnen und Österreicher finden:  Durch Dumping-Importe gelangen Billig-Eier aus dem Ausland, die größtenteils aus Käfighaltung stammen und in Nudeln, Backwaren, Saucen oder Fertiggerichten verarbeitet oder im Großhandel verwendet werden, nach Österreich. „Der Fipronil-Skandal ist noch lange nicht zu Ende: Backwaren, Nudeln, Kekse, Mayonnaise, Eierlikör, ja schlechthin alle verarbeiteten Lebensmittel, in denen ausländische Ei-Produkte wie Flüssig-Ei und Ei-Pulver aus den "Fipronil-Ländern" enthalten sind, können belastet sein. Wir wollen keinen Fipronil-Likör“, so Petrovic.

Dringender Handlungsbedarf

Es ist daher für die WTV-Präsidentin unverständlich, wieso die österreichische Wirtschaftskammer, die eigentlich die Aufgabe hätte, Österreichs Unternehmen zu schützen, hier keine Maßnahmen setzt und sich zu diesem Thema gänzlich ausschweigt: „Will die Wirtschaftskammer wirklich ausländische Tierschutz-Dumping-Eier mit Fipronil-Belastung in vielen Lebensmitteln? Warum verursacht gerade die WKÖ Schäden für Österreichs Landwirtschaft, für die Arbeitsplätze und für die österreichische Lebensmittel-Erzeugung? Warum sollen österreichische Betriebe "Federn lassen", obwohl sie beste Qualität erzeugen und niemals Fipronil verwendet haben? Die fatale Blockade-Haltung muss ein Ende haben“, so Petrovic. 

Lückenlose Kennzeichnung

Daher fordert der WTV einmal mehr die gesetzlich verpflichtende lückenlose Kennzeichnung sämtlicher in Österreich erhältlichen Eiprodukte hinsichtlich Haltungsform und Herkunft. „Die Konsumentinnen und Konsumenten haben ein Recht darauf zu erfahren, woher die Eier in ihren Produkten kommen“, so Petrovic, die zudem die abschließende Frage aufwirft: „Und wo bleibt hier eigentlich die Politik, die sich offenbar von jeglicher sachlichen Ebene entfernt hat?“

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