Grossmann zu Equal Pay Day 2017: Je schwärzer, desto schlechter für Frauen

Ländervergleich zum Equal Pay Day zeigt, dass sich engagierte Frauenpolitik für Frauen auszahlt

Wien (OTS/SK) - "Der Vergleich macht uns sicher. Wo konservative Politik gemacht wird, sind Frauen am Arbeitsmarkt schlechter dran“, zieht Nationalratsabgeordnete und SPÖ-Landesfrauenvorsitzende der Steiermark, Elisabeth Grossmann, Resümee zum österreichweiten Equal Pay Day, der heuer auf den 13. Oktober 2017 fällt. „Das heißt: Ab diesem Tag arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis oder anders formuliert: An diesem Tag haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen“, so Grossmann. ****

In ÖVP-dominierten Bundesländern sieht es für Frauen noch schlechter aus: In Vorarlberg arbeiten Frauen schon ab dem 16. September „gratis“, im schwarz-blauen Oberösterreich ab 27. September, im schwarz-grünen Tirol immerhin noch ab 3. Oktober usw.

Die beste Situation finden Frauen gesamt gesehen in Wien vor, wo der EPD 2017 auf den 30. Oktober fällt, gefolgt vom Burgenland mit dem EPD 2017 am 16. Oktober, sowie Kärnten mit dem EPD 2017 am 15. Oktober. Die Steiermark hat sich von 2016 auf 2017 um zwei Tage auf den 9. Oktober verbessert.

Auffällig ist auch, dass dort, wo es viele Spitzenverdiener gibt, Frauen offensichtlich nicht dazugehören. Hier zeigt sich eine besondere Kluft zwischen den Einkommen, wie z. B. ebenfalls in Wien, 1. Bezirk (Innere Stadt), wo 61 Prozent plus bei den Jahresgehältern von Frauen notwendig wären, um mit den Jahresgehältern der männlichen Kollegen gleichziehen zu können. Dennoch schafft es Wien, über eine gute Infrastruktur insgesamt auf den österreichweit besten Platz“, analysiert die steirische SPÖ-Landesfrauenvorsitzende.

Für die Nationalratsabgeordnete zeigt das alles, dass es vor allem Rahmenbedingungen braucht, um Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. „Ein Mangel an ganztägigen und ganzjährigen Kinderbetreuungseinrichtungen ist sehr oft die Ursache dafür, dass keine Vollzeitbeschäftigung angenommen werden kann. Teilzeitarbeit ist somit nicht unbedingt ein freiwillig gewähltes Arbeitszeitmodell, sondern aufgrund der Rahmenbedingungen vielfach erzwungen“, setzt Grossmann fort.

Aber, aus diesem Grund muss Teilzeitarbeit österreichweit dringend aufgewertet werden, betont Grossmann und formuliert folgende Vorschläge für eine Angleichung bzw. Aufwertung der Teilzeitarbeitskräfte:

• Überstundenzuschläge von 50 Prozent müssen jedenfalls dann bezahlt werden, wenn die vereinbarte Arbeitszeit überschritten wird. Derzeit gibt es bis zum Erreichen der Normalarbeitszeit keinen derartigen Überstundenzuschlag.

• Bevor weitere Teilzeitjobs ausgeschrieben werden, muss den bestehenden Teilzeitbeschäftigten eine Aufstockung angeboten werden.

• Der kollektivvertraglich in Aussicht genommene Mindestlohn von 1.500 Euro brutto kann nur ein erster Schritt gewesen sein. Die 1.500 Euro müssen steuerfrei sein.

• Generell muss Arbeit neu bewertet werden, denn es kann nicht sein, dass z.B. eine Stunde Arbeit an der Maschine mehr wert ist als eine Stunde Arbeit mit Menschen (Niedriglohnbranchen, Dienstleistungen, Pflege, Kinderbetreuung etc.)

• Keine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, denn dieses würde besonders Frauen in die Altersarmut treiben.

• Offensive Karriereförderung von Frauen, damit sie die gläserne Decke nach oben durchstoßen können.

„All diese Schritte können dazu beitragen, dass sich der Equal Pay Day so rasch wie möglich in Richtung Jahresende bewegt, um gleiche Arbeit mit gleichem Lohn in greifbarer Nähe zu wissen. Das muss erklärtes Ziel sein“, sagt Abgeordnete zum Nationalrat und steirische SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Elisabeth Grossmann. (Schluss) bj/mp

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