Nationalratswahl 2017: Wahlprogramme sind für Laien oft unverständlich

Neos-Programm am formal verständlichsten, Programm der Grünen Schusslicht

Innsbruck (OTS) - Bandwurmsätze mit bis zu 51 Wörtern (Grüne und ÖVP), Wortungetüme wie „Untersuchungsausschussverfahren“ (Grüne) oder Fachbegriffe wie „Valorisierung“ (FPÖ), „Disconnect Weeks“ (ÖVP) und „One-Stop-Shop“ (Grüne, SPÖ und ÖVP): Die Wahlprogramme der Parteien sind im Durchschnitt für viele Laien unverständlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim in Stuttgart sowie ihrer Studien-Partner H+H CommunicationLab sowie wikopreventk. Allerdings: Die Programme zur Bundestagswahl 2017 in Deutschland waren noch unverständlicher.

„Verpasste Chance für mehr Transparenz und Bürgernähe“

Mit Hilfe einer Analyse-Software fahnden die Wissenschaftler um Prof. Dr. Brettschneider unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen, Fremdwörtern und zusammengesetzten Wörtern. Anhand dieser Merkmale bilden sie den „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“, der von 0 (völlig unverständlich) bis 20 (sehr verständlich) reicht.

Im Durchschnitt liegt die Verständlichkeit der Programme zur Nationalratswahl bei 10,2 Punkten. Bei der Bundestagswahl erreichten die Programme der deutschen Parteien lediglich 9,1 Punkte im Schnitt. „Beide Werte sind enttäuschend“, meint Prof. Dr. Brettschneider. „Denn alle Parteien haben sich in den letzten Jahren Transparenz und Bürgernähe auf ihre Fahne geschrieben. Mit ihren teilweise schwer verdaulichen Wahlprogrammen schließen sie jedoch einen erheblichen Teil der Wählerinnen und Wähler aus und verpassen damit eine kommunikative Chance.“

NEOS mit dem formal verständlichsten Programm, Grüne sind Schlusslicht

Insgesamt schneidet das Programm der NEOS mit einem Wert von 11,9 am besten ab. Auf dem zweiten Platz folgt die SPÖ mit 11,5 Punkten. Die ÖVP erreicht 10,1 Punkte, die FPÖ 9,8 Punkte. Die Grünen belegen mit 7,7 Punkten den letzten Platz.

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https://www.wikopreventk.com/2017/10/11/nationalratswahl-2017-wahlprogramme-sind-fuer-laien-oft-unverstaendlich/

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Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim,
Fachgebiet Kommunikationswissenschaft
insb. Kommunikationstheorie,
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E-Mail frank.brettschneider@uni-hohenheim.de

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