Dziedzic: Leben in Angst ist keine Option

Grüne: 11.Oktober ist Internationaler Coming Out Day

Wien (OTS) - „Auch im Jahr 2017 überlegen sich viele sehr gründlich, ob sie ihre Partnerin/seinen Partner in der Öffentlichkeit küssen oder ob sich an den Händen halten und sich damit öffentlich bekennen, wie sie leben. Nach wie vor fühlen sich viele LGBTI-Personen nicht wohl dabei, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu offenbaren oder wollen ihr Umfeld, ihre Familie nicht in Erklärungsnot bringen. Viele von ihnen haben Diskriminierung unterschiedlicher Art erlebt oder psychische und physische Gewalt erfahren. Viele trauen sich immer noch nicht, sich am Arbeitsplatz zu outen, weil Angst vor negativen Auswirkungen auf das Arbeitsleben vorherrschend ist. Das muss sich ändern“, sagt die Grüne LGBTI-Sprecherin und Bundesrätin Ewa Dziedzic anlässlich des heutigen "Coming Out Day".  

Der Internationale Coming Out Day wird seit 1988 jährlich begangen und ist ein weltweiter Aufruf hinzusehen, dass sexuelle Orientierung nach wie vor mit Repression, Verfolgung und Angst verbunden sein kann. Das Aufzeigen von LGBTI Personen in der Öffentlichkeit wird auch als wirksame Maßnahme gegen Homo-und Transphobie betrachtet. "Es geht darum, dass schon im Kindergarten und in der Volksschule über Familiendiversität gesprochen wird und es längst eine Lebensrealität ist, dass Kinder in Regenbogenfamilien aufwachsen und zwei Mütter oder zwei Väter haben. Es geht darum, vielfältige L(i)ebensweisen in Schulbüchern und im Unterricht abzubilden, damit LGBTI-Jugendliche nicht unsichtbar sind und LGBTI-Lehrer*innen, die gegen Windmühlen im Schulbetrieb kämpfen, keine Angst mehr vor Outings haben müssen", sagt Dziedzic. "Die Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter*geschlechtlichen Menschen ist in unserer Gesellschaft, im Alltag und in den Medien leider nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. In großen Städten ist es einfacher sich frei zu bewegen, aber am Land geht das Versteckspiel oftmals weiter", meint Dziedzic.  

"Die bevorstehenden Nationalratswahlen am 15.Oktober sind gerade für die LGBTI-Community richtungsweisend. Die bereits erreichten Rechte sind nicht einzementiert und können wieder rückgängig gemacht werden. Wir wissen: Schwarz-Blau steht für Rückschritt“, warnt Dziedzic und ergänzt: „Wir Grünen engagierten uns von Beginn an aktiv für die rechtliche Gleichstellung und Gleichberechtigung von LGBTI Menschen. Demokratie- und gesellschaftspolitische Veränderungen sind nur dann möglich, wenn die Sichtbarkeit von vielfältigen L(i)ebensweisen gegeben ist und als Bereicherung gesehen wird. Zu tun gibt es auch 2017 noch genug: Die Eheöffnung für Lesben und Schwule ist in weite Ferne gerückt, die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes außerhalb der Arbeitswelt wird weiterhin von der ÖVP blockiert und ein Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen bei intergeschlechtlichen Babys, Kindern und Jugendlichen ist das Gebot der Stunde. Wir bleiben dran!" 

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