Welttag des Augenlichts am 12. Oktober: Licht für die Welt warnt vor alarmierendem Anstieg der weltweiten Blindheitszahlen bis 2050

Prominent besetztes österreichisches Unterstützungskomitee ruft zu Blindheitsbekämpfung vor allem in Entwicklungsländern auf

Diese neuen Zahlen sind für uns von großer Bedeutung, weil sie zeigen, wie trotz der erfolgreichen Bemühungen für die Augengesundheit in den letzten zehn Jahren Blindheit und Sehbehinderung durch Myopie, Diabetes und die alternde Bevölkerung massiv zunehmen werden. Wir müssen daher unsere Anstrengungen massiv verstärken, um die Gesundheitssysteme und das Fachpersonal in Entwicklungsländern fit für diese Herausforderung zu machen
Amir Bedri Kello
Dies steht in eklatantem Gegensatz zum Globalen Aktionsplan für universelle Augengesundheit der Weltgesundheitsorganisation, der bis 2019 die vermeidbare Blindheit um ein Viertel reduzieren will. Dazu braucht es eine bessere weltweite Zusammenarbeit, eine gestärkte Finanzierung der Gesundheitssysteme und den Ausbau des Gesundheitspersonals für Augengesundheit vor allem in den ärmeren Ländern
Rupert Roniger
Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit, einschließlich Augengesundheit. Als Schirmherr der Österreichischen Initiative gegen Blindheit setze ich mich deshalb für augenmedizinische Versorgung in ärmeren Weltregionen ein. Niemand soll erblinden, wenn es Behandlungsmöglichkeiten gibt. Ich unterstütze deshalb den Globalen Aktionsplan für universelle Augengesundheit und rufe weiterhin dazu auf in Augengesundheit und Blindheitsbekämpfung in Entwicklungsländern zu investieren. Bitte helfen auch Sie mit!
Alexander Van der Bellen

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Welttags des Augenlichts warnt die internationale Fachorganisation Licht für die Welt vor einem massiven globalen Anstieg der vermeidbaren Blindheit, der vor allem die ärmeren Regionen und die Entwicklungsländer treffen wird. Nach den kürzlich veröffentlichten Zahlen der Internationalen Agentur zur Vermeidung von Blindheit (IAPB) gelang es zwar zwischen 1990 und 2015 90 Millionen Menschen gegen Sehschwächen oder drohende Blindheit zu behandeln. Die neuesten Trends weisen aber in eine alarmierende Richtung: Bis 2050 könnte sich die Zahl der blinden Menschen von derzeit 36 Millionen weltweit verdreifachen. Die drei Ursachen dafür liegen in der steigenden und immer älter werdenden Weltbevölkerung, einem epidemischen Anstieg der Kurzsichtigkeit und in den durch Diabetes verursachten Netzhauterkrankungen (Diabetische Retinopathie). Auch der Graue Star wird eine der häufigsten Blindheitsursachen bleiben. „Diese neuen Zahlen sind für uns von großer Bedeutung, weil sie zeigen, wie trotz der erfolgreichen Bemühungen für die Augengesundheit in den letzten zehn Jahren Blindheit und Sehbehinderung durch Myopie, Diabetes und die alternde Bevölkerung massiv zunehmen werden. Wir müssen daher unsere Anstrengungen massiv verstärken, um die Gesundheitssysteme und das Fachpersonal in Entwicklungsländern fit für diese Herausforderung zu machen“, erklärt der äthiopische Experte und Augenarzt von Licht für die Welt, Amir Bedri Kello. In Österreich erhebt das Komitee der Österreichischen Initiative gegen Blindheit (ÖIB) unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Alexander van der Bellen nun seine Stimme. So soll auch Österreich stärker in Augengesundheit und Blindheitsbekämpfung in Entwicklungsländern investieren um die drohenden Folgen noch rechtzeitig abwenden zu können.

Vor allem die Entwicklungsländer sind von den negativen Trends betroffen

Nach den neuen Zahlen, die heuer veröffentlicht wurden, lebten im Jahr 2015 36 Millionen blinde Menschen auf der Erde. Knapp 90 Prozent aller Menschen mit Sehbeeinträchtigungen wohnen in armen bzw. einkommensschwachen Ländern. Davon lebt jeder siebte Mensch in Afrika südlich der Sahara. Drei Viertel dieser Fälle von Blindheit wären vermeidbar. Mängel in den Gesundheitssystemen und bei den für die Augengesundheit relevanten Einrichtungen in afrikanischen Ländern erklären, warum es dort so viele blinde Menschen gibt, so Licht für die Welt. Die neuen Zahlen zeigen aber, dass sich durch die Vermehrung und Überalterung der Weltbevölkerung, durch den Anstieg der Kurzsichtigkeit und der Netzhautkrankheiten durch Diabetes die vermeidbaren Augenerkrankungen allein bis 2020 um 5,6 Prozent erhöhen werden. „Dies steht in eklatantem Gegensatz zum Globalen Aktionsplan für universelle Augengesundheit der Weltgesundheitsorganisation, der bis 2019 die vermeidbare Blindheit um ein Viertel reduzieren will. Dazu braucht es eine bessere weltweite Zusammenarbeit, eine gestärkte Finanzierung der Gesundheitssysteme und den Ausbau des Gesundheitspersonals für Augengesundheit vor allem in den ärmeren Ländern“, so Licht für die Welt-Geschäftsführer Rupert Roniger.

Statement der Österreichischen Initiative gegen Blindheit

Die rund 60 namhaften Mitglieder der Österreichischen Initiative gegen Blindheit – darunter die BundesministerInnen Pamela Rendi-Wagner und Alois Stöger, die Landeshauptleute Peter Kaiser, Günther Platter, Wilfried Haslauer, Markus Wallner und Thomas Stelzer, Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll sowie Wiens Bürgermeister Michael Häupl, Kardinal Schönborn, Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny und Chris Lohner - setzen sich schon seit Jahren für die Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung in den ärmeren Weltregionen ein. Sie haben nun ein neues Statement unter dem Namen „#MakeVisionCount“ veröffentlicht. Sie berufen sich auf den Globalen Aktionsplan für Universelle Augengesundheit 2014 bis 2019 der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die bis 2019 die vermeidbare Blindheit weltweit um ein Viertel senken will. Dieser Aktionsplan ist Teil der weltweiten Kampagne „Vision 2020“. Sie weisen dabei besonders auf die Verpflichtung der Staatengemeinschaft zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der Vereinten Nationen bis 2030 hin, die konkrete Maßnahmen für Gesundheit fordern. Die Mitglieder der Initiative rufen dazu auf in Augengesundheit und Blindheitsbekämpfung in Entwicklungsländern zu investieren und sprechen dazu auch die EntscheidungsträgerInnen in Österreich an.

Zitate der Mitglieder der Österreichischen Initiative gegen Blindheit

Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit, einschließlich Augengesundheit. Als Schirmherr der Österreichischen Initiative gegen Blindheit setze ich mich deshalb für augenmedizinische Versorgung in ärmeren Weltregionen ein. Niemand soll erblinden, wenn es Behandlungsmöglichkeiten gibt. Ich unterstütze deshalb den Globalen Aktionsplan für universelle Augengesundheit und rufe weiterhin dazu auf in Augengesundheit und Blindheitsbekämpfung in Entwicklungsländern zu investieren. Bitte helfen auch Sie mit!", so Alexander Van der Bellen, Bundespräsident der Republik Österreich und Schirmherr der Österreichischen Initiative gegen Blindheit.

„Gerade als eines der reichsten Länder der Welt, haben wir eine Verantwortung gegenüber den Menschen in Ländern, die weniger wohlhabend sind. Blindheit ist heute in vielen Fällen heilbar, wenn man nur die notwendigen medizinischen Mittel zur Verfügung hat. Ich unterstütze daher die Initiative von Licht für die Welt, die darauf abzielt, die notwendige Behandlung für alle Menschen verfügbar zu machen“, so die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Pamela Rendi-Wagner.

„Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheit und daher unterstütze ich die Initiative von Licht für die Welt um die Augengesundheit vor allem in den ärmsten Teilen der Welt zu fördern. Vermeidbare Blindheit ist für die Betroffenen schrecklich und nimmt ihnen Chancen und Perspektiven. Ich unterstütze selbst und rufe auch dazu auf sich für Augengesundheit und Blindheitsbekämpfung zu engagieren, zu spenden, und sich gemeinsam mit anderen für verbesserte medizinische Versorgung in den ärmsten Gegenden der Welt einzusetzen“, so der Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Alois Stöger.

„Unter Blindheit und Augenkrankheiten leiden vor allem Menschen aus den ärmsten Ländern dieser Welt. Wir, denen es viel besser geht, haben die wichtige Aufgabe jetzt und in Zukunft den Entwicklungsländern wesentlich mehr beizustehen, um Millionen Menschen vor allem in Afrika ihr Augenlicht zu erhalten. Als engagiertes Mitglied der Initiative gegen Blindheit fordere ich die verantwortlichen Politiker auf diese Initiative wirkungsvoll zu unterstützen“, appelliert Chris Lohner an die Entscheidungsträger.

Die Verbreitung von Blindheit und Sehbeeinträchtigungen hat sich seit 1990 zwar um 1,2 Prozent vermindert, aber der Trend durch die oben genannten drei Gründe ist alarmierend, warnt Licht für die Welt. 2015 lebten 1,35 Milliarden Menschen mit einem signifikanten Verlust des Sehvermögens. 253 Millionen Menschen sind blind oder haben Sehbeeinträchtigungen. Davon sind 36 Millionen Menschen blind. Bis 2050 wird sich diese Zahl nach den neuesten Berechnungen verdreifachen, wenn nichts geschieht. Die Hauptursachen dafür sind unbehandelte Sehschwächen durch fehlende Brillen sowie Grauer Star, die Hauptursache für Blindheit überhaupt.

Die Internationale Agentur zur Vermeidung der Blindheit (IAPB) veröffentlicht morgen den „Vision Atlas“, der auf den neuesten Zahlen zur Augengesundheit beruht. Diese Zahlen werden heute Abend in dem den von der Vision Loss Expert Group (VLEG) in der weltweit renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ zum Welttag des Augenlichts publiziert. Der IAPB „Vision Atlas“ zeigt, grafisch und geografisch aufbereitet, alle relevanten und aktuellen Daten zu Blindheit. Er soll helfen Regierungen, politische Entscheidungsträger und Geldgeber zu aktivieren um den Negativtrends rasch entgegenzuwirken.

Die Österreichische Initiative gegen Blindheit existiert seit dem Jahr 2000 und besteht aus rund 60 prominenten Mitgliedern, darunter sind der amtierende Bundespräsident, mehrere Bundesminister sowie ehemalige und aktive Landeshauptleute, Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und Kirche sowie Künstler, Schriftsteller und Sportler.

Links:

(Liste Unterstützungskomitee ÖIB und Statement der ÖIB - #MakeVisionCount auf der Presseseite Licht für die Welt)

Presseseite Licht für die Welt

Liste Zitate der ÖIB-Mitglieder

Vision Atlas der IAPB (online heute ab 11. 10., 23 Uhr CET)

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LICHT FÜR DIE WELT

LICHT FÜR DIE WELT ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. LICHT FÜR DIE WELT ist als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso und Mosambik. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle. Im Jahr 2016 konnten mehr als 52.000 Operationen am Grauen Star sowie 54.000 andere Augenoperationen finanziert werden. Spendenkonto: LICHT FÜR DIE WELT. IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001 BIC: GIBAATWWXXX

 

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