Chemische Industrie feiert 25 Jahre Responsible Care

In Sachen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit geht die Branche über gesetzliche Vorschriften hinaus

Wien (OTS) - Mit dem freiwilligen Programm "Responsible Care" zeigt Österreichs chemische Industrie, dass ihr Verantwortung für Mensch und Umwelt am Herzen liegt. Hinter diesen beiden Worten verbirgt sich eine weltweite Initiative chemischer Betriebe, die sich zum Zweck einer Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltsituation strenge Selbstkontrolle auferlegt haben.

Das Besondere am Programm Responsible Care sind dabei die spezifische Ausrichtung auf die chemische Industrie, die strenge Überprüfung und ein auf den Zeitraum von drei Jahren limitiertes Zertifikat. „Derzeit sind in Österreich 33 Betriebe der chemischen Industrie Responsible Care geprüft, auf die rund 40 Prozent der gesamten Produktion und etwa ein Drittel der Mitarbeiter der österreichischen chemischen Industrie entfallen,“ erklärt Hubert Culik, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie anlässlich der heutigen Jubiläumsfeier.

Zahlen bestätigen Erfolge

Das Engagement für Sicherheit, Gesundheit und Umwelt lohnt sich: In Responsible Care-Betrieben wurden die Arbeitsunfälle in den letzten fünfzehn Jahren um 78 Prozent reduziert, der Wasserverbrauch konnte um 85 Prozent, die flüchtigen organischen Verbindungen um 75 Prozent verringert werden.

Eine Initiative mit kanadischen Wurzeln

Die Idee zu diesem Projekt stammt aus Kanada, wo 1984 vom kanadischen Chemieverband die Leitsätze für Responsible Care erarbeitet wurden. Wenig später übernahm sie der europäische Chemieverband (CEFIC) mit der Zielsetzung, das Programm in allen nationalen Verbänden Europas zu implementieren. Die konkrete Umsetzung ist dabei Angelegenheit des jeweiligen Landes. Heute findet man das Programm bereits in 65 Ländern rund um den Globus, davon 28 in Europa.

Mehr tun, als das Gesetz verlangt

In Österreich entschloss sich der Fachverband der chemischen Industrie 1992 zur Umsetzung von Responsible Care und gleich zur Einführung einer eingehenden Betriebsprüfung: Obwohl die gesetzlichen Auflagen und Vorschriften in Österreich für Betriebe als streng bezeichnet werden können, müssen im Rahmen des freiwilligen "Responsible Care"-Programmes eine Reihe von darüber hinausgehenden Maßnahmen erfüllt werden. „Mit der Bedingung eines externen Audits nahm Österreichs chemische Industrie eine Vorreiterrolle bei der Initiative ein. Wir sind sozusagen Responsible Care Musterschüler“, so Culik.

Für die Erlangung des Zertifikats müssen rund 300 Fragen aus Bereichen wie Energie, Entsorgung, Lagerung, Arbeitnehmerschutz, Notfallvorsorge und Umweltmanagement nach einem Punktesystem bewertet werden. Dabei ist die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften natürlich Voraussetzung, für das Bestehen der Prüfung sind jedoch noch 80 Prozent der darüber hinausgehenden Fragen positiv zu beantworten. Nach drei Jahren muss sich der Betrieb einer Kontrollüberprüfung unterziehen, um die Bezeichung "Responsible Care" weiterhin führen zu dürfen.

Drei Unternehmen bekamen heute Auszeichnung

Bei der heutigen Jubiläumsfeier wurden drei Unternehmen mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Der Lackproduzent Axalta Coating Systems Austria GmbH in Guntramsdorf trägt die Auszeichnung bereits seit 1999. „Umweltschutz, Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter wird auf eine Ebene mit dem Geschäftserfolg gestellt. Das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit“, kommentiert Ernst Gruber, Geschäftsführer von Axalta Coating Systems Austria GmbH die Verleihung des Zertifikates.

Roman Eberstaller, Geschäftsführer des niederösterreichisches EPS-Designers Sunpor Kunststoff GmbH sieht in dem strengen Responsible Care Audit auch Vorteile für das Unternehmen: „Die wiederkehrenden Überprüfungen durch externe Gutachter ermöglichen einen interessanten Wissensaustausch und bringen praxisbezogene Anregungen“. Das Unternehmen wurde erstmals 2005 zertifiziert.

Der oberösterreichische Bauchemie-Spezialist Avenarius Agro GmbH erhielt heute zum zweiten Mal die Auszeichnung. Wolfgang Panholzer, Geschäftsführer des Unternehmens, sieht „die Qualität des gesamten unternehmerischen Handelns mit Responsible Care gut behütet und auch international anerkannt“.

„Dass Responsible Care heuer bereits das 25-Jahr-Jubiläum feiern kann, ist allen Mitglieder zu verdanken, die durch ihre Bestrebungen zur ständigen Verbesserung der Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitssituation die Initiative weitertragen und weiterentwickeln“, bedankt sich Culik bei den Responsible Care Betrieben. „Sie zeigen, dass unternehmerisches Handeln gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich und verantwortungsbewusst sein kann.“

Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) vertritt die Interessen von etwa 300 Mitgliedern. Die chemische Industrie gehört zu den größten und bedeutendsten Industriebranchen in Österreich. Mit etwa 44.000 Beschäftigten erwirtschaftet sie einen Produktionswert von fast 15 Milliarden Euro. Sie ist eng mit dem Ausland verflochten und exportiert zwei Drittel ihrer Erzeugnisse.

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