AK Niederösterreich: Frauen arbeiten ab dem 11. Oktober gratis

Präsident Wieser: „Fairer Lohn für korrekte Arbeit – in allen Branchen.“

St. Pölten (OTS) - Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Niederösterreich nach wie vor sehr hoch. Laut aktueller Statistik verdienen Frauen um 22,3 Prozent weniger als Männer. Vollzeitbeschäftigte Frauen erhalten pro Jahr ein um 11.555 Euro geringeres Einkommen als ihre männlichen Kollegen. Am 13. Oktober ist österreichweiter Equal Pay Day, in Niederösterreich arbeiten Frauen bereits ab dem 11. Oktober gratis – 82 Tage lang. „Es braucht fairen Lohn für korrekte Arbeit. Und das muss für alle Branchen und Berufe gelten“, so AK-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Von gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit kann nach wie vor keine Rede sein. Die Daten aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria zeigen: Während das durchschnittliche jährliche Bruttogehalt von Männern bei 51.796 Euro liegt, erhalten Frauen im Schnitt 40.241 Euro – also 22,3 Prozent weniger. Ein Grund dafür: Frauen entscheiden sich bei der Berufswahl oft immer noch für sogenannte „frauentypische“ und niedrig entlohnte Branchen. Hier gelte es, den Hebel anzusetzen, sowohl bei der Entlohnung als auch bei der gesellschaftlichen Aufwertung von „Frauenberufen“.

Trend zu Teilzeitarbeit trifft Frauen besonders

Doch auch die Entwicklung hin zu Teilzeitarbeit trifft in erster Linie Frauen. Sie machen 85 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten in Niederösterreich aus. Dabei hat nur jede Fünfte auch wirklich nach einer Teilzeitstelle gesucht. Ein Schritt hin zu mehr Einkommensgerechtigkeit ist die faire Bezahlung von Mehrstunden: „Auch für Teilzeitbeschäftigte müssen volle Überstundenzuschläge bezahlt werden“, fordert Wieser.

Vollzeitbeschäftigung durch bessere Kinderbetreuung

Den voranschreitenden Ausbau der Kinderbetreuung gerade bei den unter Zweieinhalbjährigen in Niederösterreich sieht der AK-Präsident grundsätzlich positiv. Dennoch ist noch viel zu tun. Bei der Kinderbetreuung gehe es um Wahlfreiheit für die Familien. „Wer einen Vollzeit-Beruf und Kinderbetreuung vereinen will, muss dazu auch die entsprechenden Einrichtungen in seiner Umgebung vorfinden“, sagt Wieser. Die Kommunen sind nun aufgefordert, die vom Land freigegebenen Mittel zum Ausbau der Kinderbetreuung abzurufen.

Übrigens: Die größten Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern verzeichnet der Bezirk Mödling (-31,6 %), gefolgt von Amstetten (-26,6 %), am geringsten ist der Unterschied im Bezirk Waidhofen/Thaya mit -16,6 Prozent.

Detaillierte Bezirksergebnisse und eine Grafik zum Downloaden finden Sie unter https://noe.arbeiterkammer.at/equalpayday

Rückfragen & Kontakt:

AK Niederösterreich Frauenpolitik, Mag. Christiane Steiner, 05-7171-21212.

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