Neues Volksblatt: "Schulden-Diät" von Harald ENGELSBERGER

Ausgabe vom 29. September 2017

Linz (OTS) - In so manchem österreichischen Bundesland könnte man vor lauter Schulden leicht den Überblick verlieren. Besonders rot ist die finanzielle Lage in Wien und vor allem in Kärnten – eigentlich konkursreif, wurde es von Finanzminister Schelling mit viel Verhandlungsgeschick doch noch aus dem vom Land selbst verschuldeten Hypo-Alpe-Adria-Sumpf gerettet. Und an der Drau muss man nun eine Zwangs-Diät durchmachen, um halbwegs wieder aus dem Dilemma herauszukommen.
Ganz anders ist es in Oberösterreich – und trotzdem wird auch hier versucht, dass die Ausgaben schlank bleiben. Landeshauptmann Stelzer hat dem Land sogar eine Schuldenbremse verordnet, obwohl man mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1339 Euro gleich sechs andere Bundesländer klar hinter sich lässt und man auch im Vorjahr ein Plus anschrieb. Stelzers Motivation: Er will die Schulden nicht verwalten, er will sie sogar reduzieren, auch im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Das Motto in OÖ heißt: „Wir entscheiden lieber selbst, wann und wo wir sparen, bevor es andere für uns tun.“
Und es ist wie bei der Diät: Beginnt man rechtzeitig die Lebensweise umzustellen, reicht es oft, beim Dessert nach Obst statt zur Schokolade zu greifen und mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren. Übersieht man den Zeitpunkt und wartet auf die letzte Sekunde, dann hilft halt nur eine schmerzhafte Radikalkur.

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