Industrie zu Vermögensdiskussion: Schätzungen sind keine Grundlage für seriöse Steuerpolitik

IV: Fakten statt fragwürdiger statistischer Methoden – Alle Vermögen berücksichtigen, auch Pensionsvermögen – Österreich mit kräftiger Umverteilung

Wien (OTS) - „Umfragen und politisch motivierte Hochschätzungen können keinesfalls seriöse Basis für steuer- und wirtschaftspolitische Debatten sein. Sehr durchsichtig ist, dass damit lediglich altbekannte Forderungen nach neuen und zusätzlichen Steuern untermauert werden sollen“, heißt es aus der Industriellenvereinigung zu den am heutigen Donnerstag veröffentlichten Schätzungen über Vermögen und deren vermutete Verteilung. Die Industrie plädiert für eine sachliche Diskussion, in der Fakten und nicht Schätzungen oder Vermutungen im Fokus stehen:

• Dass Geld- und Immobilienvermögen ungleich verteilt ist, liegt in der Natur der Sache. Vermögen sind kumulierte Einkommen, die über Jahrzehnte erwirtschaftet wurden und sind ein Spiegelbild von 60 Jahren ohne Krieg und Enteignungen (etwa durch Hyperinflation) und somit nichts „Unehrenhaftes“.

• Grundsätzlich basieren die Umfrageergebnisse auf fragwürdigen statistischen Methoden und stehen auf wackeligen Beinen. Die vorliegende Berechnung enthält außerdem nicht die Pensionsvermögen bzw. die gesetzlich zugesagten Pensionsanwartschaften, obwohl diese auch erhoben wurden. Die Pensionsanwartschaften stellen eine zentrale Vermögensposition vor allem auch für Personen ohne Geld- oder Immobilienvermögen dar. Für diese wurde in Form von Pensionsbeiträgen während des Erwerbslebens angespart. Zudem sind sie mit knapp einer Milliarde Euro ebenso hoch wie die sonstigen Vermögen in Österreich. Würde man die Pensionsvermögen dazuzählen, wäre die Verteilung der Vermögen wesentlich mehr angeglichen und fast so gleichmäßig verteilt wie die Einkommen.

• Das durchschnittliche Nettovermögen der Österreicherinnen und Österreicher ist im internationalen Vergleich eher niedrig. Dies liegt aber vor allem am stark ausgebauten Sozialstaat. Die staatliche Pensionsvorsorge, Krankenversicherung, Bildungsleistungen und die Wohnbauförderung sind sehr stark ausgebaut, weshalb die Menschen kaum privat vorsorgen müssen. So wird etwa das Wohnbedürfnis, einer der Hauptanreize zur Vermögensbildung in anderen Eurostaaten, in Österreich stark von der öffentlichen Hand gestillt. Aufgrund der heimischen Politik ist Österreich heute „ein Land der Mieter“.

• In Österreich wird bereits heute überdurchschnittlich kräftig umverteilt: Mehr als ein Drittel der verfügbaren Einkommen eines Durchschnittshaushalts wird heute in Österreich nicht mehr aus Arbeitseinkommen und Eigenleistungen verdient, sondern aus Transferleistungen des Staates. Das ist ein Spitzenwert in der OECD.

• Österreich zählt bereits zu den Ländern mit einer der höchsten Steuerbelastungen auf der Welt, auch Kapital wird überdurchschnittlich hoch besteuert. Statt über neue und zusätzliche Steuern zu diskutieren, braucht es Konzepte, die bei den Ausgaben ansetzen. Stichwort: mehr Effizienz und Effektivität.

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