Gute Zusammenarbeit von OeNB und EZB in der europäischen Bankenaufsicht

Nationalbank präsentiert Bericht zu ihren Aufgaben in der Bankenaufsicht

Wien (OTS) - Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism, SSM) für die gemeinsame Bankenaufsicht im Euroraum hat sich in den ersten drei Jahren seines Bestehens bewährt. „EZB und OeNB arbeiten gut und effektiv zusammen“, sagte OeNB-Vize-Gouverneur Andreas Ittner am Donnerstag anlässlich der European Supervisor Education-Konferenz in Wien. Ein dort präsentierter OeNB-Bericht zu den Aufgaben der Bankenaufsicht dokumentiert mit Zahlen, Daten und Fakten die umfassende Tätigkeit der OeNB in diesem Bereich.

Die Organisation der Bankenaufsicht im Euroraum ist dezentral gestaltet und beruht auf einer Aufgabenteilung zwischen der EZB und den nationalen Aufsichtsinstitutionen (in Österreich: die Finanzmarktaufsicht FMA und die OeNB). Je nachdem, ob eine Bank als bedeutendes Kreditinstitut oder als weniger bedeutendes Kreditinstitut eingestuft ist, werden behördliche Entscheidungen durch die EZB oder durch die nationalen Aufsichtsbehörden (in Österreich: FMA) erlassen. Grundlage für alle diese Entscheidungen sind die Analysen und Vor-Ort-Prüfungen (das Fact-Finding) der OeNB. Im Jahr 2016 hat die OeNB über 50 Vor-Ort-Prüfungen durchgeführt und rund 900 Einzelanalysen erstellt. Gegebenenfalls folgen danach aufsichtliche Maßnahmen durch die EZB bzw. die FMA, wie die Vorschreibung von höherem Eigenkapital oder größeren Liquiditätsreserven.

Ziel der Bankenaufsicht ist es, die Stabilität des Finanzmarktes zu gewährleisten. Daher sind seit dem Ausbruch der Finanzkrise die Regeln deutlich verschärft worden. Das stellt auch an die Aufsicht neue Herausforderungen. Herzstück der laufenden Bankenaufsicht durch die OeNB ist die jährliche gesamthafte Überprüfung und Risikobewertung einer Bank, durch die eine kapital- und liquiditätsmäßige Abdeckung der bankspezifischen Risiken gewährleistet werden soll. Bei Vor-Ort-Prüfungen werden bei bedeutenden Kreditinstituten im Auftrag der EZB und bei weniger bedeutenden Kreditinstituten im Auftrag der FMA die Risikomanagementsysteme und -prozesse geprüft. Stichprobenweise werden auch einzelne Kreditfälle überprüft.

Die im OeNB-Bericht ersichtliche konsequente Aufsichtsarbeit zeigt auch Wirkung. So wurde seit 2008 von den österreichischen Banken beispielsweise zusätzliches Kernkapital von 15 Mrd EUR aufgebaut. Gleichzeitig haben sich risikoseitig sowohl die Quote der notleidenden Kredite als auch das Volumen an Fremdwährungskrediten in etwa halbiert.

Der Bericht kann auf www.oenb.at/Publikationen nachgelesen werden.

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