Kurt-Rothschild-Preis - Alle PreisträgerInnen im Überblick

Wien (OTS/SK) - Das Karl-Renner-Institut und der SPÖ-Parlamentsklub haben am Mittwochabend den Kurt-Rothschild-Preis verliehen. Neben dem Hauptpreis, der an den deutschen Ökonomen und DIW-Chef Marcel Fratzscher ging, wurden fünf weitere Arbeiten von WirtschaftswissenschaftlerInnen ausgezeichnet. Die Bandbreite reicht dabei von Verteilungsfragen, über makroökonomische Politik und soziale Sicherheit bis zu Pluralismus in der Ökonomie. Im Folgenden die PreisträgerInnen mit ihren ausgezeichneten Publikationen und die Begründung der Jury. ****

Der Vorsitzende der Jury war Peter Mooslechner. Er ist Direktor der Oesterreichischen Nationalbank und Präsident der Nationalökonomischen Gesellschaft. Er berichtete von sehr spannenden Diskussionen in der Jury und zeigte sich begeistert, dass so viele so hervorragende Arbeiten eingereicht wurden.

Warum der Kurt-Rothschild-Preis nicht mit anderen Preisen zu vergleichen ist, erklärt Mooslechner so: "Das liegt am Namensgeber Kurt Rothschild." Mooslechner hat Rothschild als einen herausragenden Wissenschaftler, faszinierenden und zugleich anspruchsvollen Lehrer erlebt und: "Er war ein äußerst liebenswerter Mensch."

Der Kurt-Rothschild-Preis versuche, dem nahe zu kommen, diese Dimensionen in den Preiskriterien und Wertung zu berücksichtigen:
Qualität, Pluralismus, Originalität, wirtschaftspolitische Relevanz.

Maria Maltschnig, Direktorin des Karl-Renner-Instituts, das gemeinsam mit dem SPÖ-Parlamentsklub den Preis ins Leben gerufen hat, erklärt, warum das aus Sicht ihres Instituts so wichtig ist. Das Renner-Institut sehe sich als Scharnier zwischen Wissenschaft und Politik; mit dem Preis will man die WissenschaftlerInnen auszeichnen, die über ihren akademischen Referenzrahmen hinaus tätig sind und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse breit über Medien und Blogs, Internetplattformen zugänglich zu machen.

Im folgenden die PreisträgerInnen im Überblick, mit der Begründung für die Auszeichnung durch den Juryvorsitzenden Peter Mooslechner:

Zum Themenschwerpunkt „Verteilungsfragen“
Moser Mathias / Humer Stefan
- „Steuersimulationsmodell TAXSIM – Verteilungsaspekte der Steuerpolitik“
- http://wu.ac.at/ineq

Die beiden Wissenschaftler haben ein Projekt, eigentlich eine Studienfamilie rund um das Steuersimulationsmodell, aufgebaut, es ist technisch und methodisch sehr anspruchsvoll; auf der Basis haben Moser und Humer eine ganze Reihe von Studien vorgelegt, die sie in die mediale Diskussion einbringen.

Zum Themenschwerpunkt „Makroökonomische Politik“
Heimberger Philipp
- „Did Fiscal Consolidation Cause the Double-Dip Recession in the Euro Area?“, wiiw Working Paper 130 (2016)
- http://makronom.de

Am Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche hat Heimberger untersucht, was die Fiskalpolitik in der Krise gemacht hat und was sie hätte machen können? Das ist eine intensiv diskutierte Frage. Und warum die Krise ab 2012 in eine zweite Phase gekommen ist, die in Europa länger als in USA gedauert hat. Die Jury fand:
Aktueller kann Wirtschaftswissenschaft nicht sein.

Zum Themenschwerpunkt „Soziale Sicherheit“
Blank Florian / Logeay Camille / Türk Erik / Wöss Josef / Zwiener Rudolf
- „Alterssicherung in Deutschland und Österreich“, WSI-Report 27 (2016)
- http://www.boeckler.de

Diese Koproduktion von WissenschaftlerInnen aus Berlin, Düsseldorf und Wien hat sehr undogmatisch die Frage erkundet, wie sich die Alterssicherung in den beiden Ländern trotz vergleichbarer institutioneller Strukturen unterscheiden. Die Arbeit war weit über wissenschaftliche Kreise hinaus aufsehenerregend. Nebenbemerkung des Juryvorsitzenden: Der Vergleich fällt stark zugunsten Österreichs aus.

Zum Themenschwerpunkt „Pluralismus in der Ökonomie“ gibt es zwei Preisträgerteams

Aboobaker Adam / Bartkowski Bartosz / Boerger Lara / Dimmelmeier Andreas / Heussner Frederik / Kersting Felix / Köhler Karsten / Meyerhoff Jan / Obst Daniel / Prante Franz / Pürckhauer Andrea / Shah Anil / Tarne Ruben / Urban Janina
- „Exploring Economics – eine Online-Plattform für plurale Ökonomik“,
https://www.exploring-economics.org

Springler Elisabeth / Jäger Johannes
- „Ökonomie der internationalen Entwicklung: Eine kritische Einführung in die Volkswirtschaftslehre“ Mandelbaum-Verlag (2012) - http://oe1.orf.at (Beiträge zu ABC-Finanzwelt)

Beide Projekte zeigen sehr eindrucksvoll, dass sich Lehre und Wissensvermittlung sehr viel besser gestalten lassen – wenn man es nur will. Exploring Economics ist eine Online-Plattform, die von einem großen Team betrieben wird. So wie auch das Lehrbuch von Springler und Jäger werden die verschiedenen Ansätze in der Volkswirtschaftslehre erklärt, und die wirtschaftlichen Kernfragen aus dem Blickwinkel verschiedenster ökonomischer Schulen erörtert. Beide Projekte entsprechen beispielhaft dem, was Kurt Rothschild unter pluraler Lehre verstanden hat.

Service: Alle Informationen zum Kurt-Rothschild-Preis sowie eine Beschreibung zu den PreisträgerInnen und Preisen und den finden Sie unter: http://www.kurt-rothschild-preis.at

(Schluss) up/wf/mp

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