Brustkrebsmonat: Drei Jahre Brustkrebs-Früherkennung in Österreich

Trotz wiederkehrender Kritik, kann sicher gesagt werden, dass es zu einer deutlichen Verbesserung der Brustkrebs-Früherkennung gekommen ist.

Wer das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm kritisiert, muss bedenken, dass es eine enorme Leistung ist ein solches Screening bei bestehenden Versorgungsstrukturen bei teilweise höchst unterschiedlichen Interessen einzuführen
Romana Ruda, die Leiterin des Programms
Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass Änderungen im österreichischen Gesundheitssystem meist viel Zeit in Anspruch nehmen und nicht von heute auf morgen von allen akzeptiert werden. Fakt ist, dass wir das Programm stetig weiterentwickeln, wobei dabei ausschließlich unsere Zielgruppe, nämlich die Frauen im Fokus stehen.“ 
Romana Ruda, die Leiterin des Programms
Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm sichert die Qualität der Mammografie. Die strengen Qualitätsvorgaben sind eine deutliche Verbesserung gegenüber der gehandhabten Praxis davor
Romana Ruda, die Leiterin des Programms

„Wer das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm kritisiert, muss bedenken, dass es eine enorme Leistung ist ein solches Screening bei bestehenden Versorgungsstrukturen bei teilweise höchst unterschiedlichen Interessen einzuführen“, sagt Romana Ruda, die Leiterin des Programms. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass Änderungen im österreichischen Gesundheitssystem meist viel Zeit in Anspruch nehmen und nicht von heute auf morgen von allen akzeptiert werden. Fakt ist, dass wir das Programm stetig weiterentwickeln, wobei dabei ausschließlich unsere Zielgruppe, nämlich die Frauen im Fokus stehen.“ 

Deutliche Verbesserung

Nach rund 30 Jahren wurde in Österreich 2014 das „opportunistische“ / „graue“ Brustkrebs-Screening abgelöst. Während das „opportunistische“ Screening durch subjektive ärztliche Empfehlungen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit des Screenings in Abhängigkeit vom Alter der Frau sowie der Untersuchungsintervalle, fehlende Qualitätsvorgaben sowie fehlende Dokumentation und Evaluation gekennzeichnet war, gibt es seit 2014 eine österreichweit einheitliche Vorgehensweise im Rahmen  eines strukturierten, qualitätsgesicherten Screenings. „Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm sichert die Qualität der Mammografie. Die strengen Qualitätsvorgaben sind eine deutliche Verbesserung gegenüber der gehandhabten Praxis davor“, so Ruda.

180 qualitätsgesicherte Standorte 

Österreichweit gibt es derzeit rd. 180 qualitätsgesicherte Standorte des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Standorte werden regelmäßig geschult und es werden moderne digitale Geräte verwendet, die laufend überprüft werden. Die Mammografiebilder werden nach dem 4-Augen-Prinzip immer von zwei Radiologinnen bzw. Radiologen, die mit dem Zertifikat „Mammadiagnostik“ ausgezeichnet sind, ausgewertet. Die Liste der am Programm teilnehmenden Standorte wird laufend aktualisiert und ist online abrufbar: www.frueh-erkennen.at . 90 % der anspruchsberechtigten Frauen haben einen qualitätsgesicherten Standort im Umkreis von 20 Kilometern. „Eine komplizierte Anreise soll niemanden daran hindern am Programm teilzunehmen“, sagt Ruda.

Screening im internationalen Vergleich

Auch im internationalen Vergleich kann sich das österreichische Programm sehen lassen: Es ist weltweit das einzige Programm, das den Ultraschall sofort nach der Mammografie ermöglicht. Die Radiologin / der Radiologe entscheidet vor Ort, ob sie / er zur Befunderstellung einen Ultraschall benötigt und kann diesen sofort durchführen. „Europaweit ist Österreich das Land mit den breitesten Anspruchsmöglichkeiten im Rahmen eines Brustkrebs-Screenings: Während in den meisten anderen Ländern ein Anspruch erst ab 50 Jahren besteht, sind in Österreich Frauen bereits ab dem 45. Lebensjahr automatisch im Programm“, erklärt Ruda.

Information der Frauen

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm agiert serviceorientiert und bietet Frauen viele Informationen auf unterschiedlichen Plattformen an. „Die Förderung der Gesundheitskompetenz ist uns wichtig. Wir möchten es Frauen ermöglichen sich auf Basis der ihnen vorliegenden Informationen zum Brustkrebs-Screening zu entscheiden, ob sie daran teilnehmen möchten oder nicht.“

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Nina Roth
Wiener Gebietskrankenkasse /
Koordinierungsstelle Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
Wienerbergstraße 15-19, A-1100 Wien
Tel.: +43 1 601 22 3828
E-Mail: nina.roth@wgkk.at

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