Automobil erstmals führende Branche in Zentral- und Osteuropa

Coface CEE Top 500-Studie zeigt Märkte im Wandel: Öl- und Gassektor setzt Talfahrt fort

Zentral- und Osteuropa ist nach Deutschland der zweitwichtigste Außenhandelspartner Österreichs. Deshalb ist es essenziell, die wirtschaftlichen Trends genauestens zu beobachten
Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria
Das gute makroökonomische Umfeld wirkte sich positiv auf die Geschäftstätigkeit aus. Die Region verzeichnete rückläufige Unternehmensinsolvenzen von 14% in 2015 und 6% in 2016
Katarzyna Kompowska, CEO Coface Central & Eastern Europe Region
Darüber hinaus beobachten wir eine verbesserte Situation auf den Arbeitsmärkten, die zu den niedrigsten Arbeitslosenquoten seit Beginn der Aufzeichnungen führte. Steigende Löhne, eine niedrige Inflation und eine verbesserte Konsumentenstimmung ließen den Privatkonsum zur bedeutendsten treibenden Kraft hinter der wirtschaftlichen Expansion werden, was sich auf einige Sektoren in der Region positiv auswirkte.
Katarzyna Kompowska, CEO Coface Central & Eastern Europe Region
Coface prognostiziert eine durchschnittliche Wachstumsrate in Zentral- und Osteuropa von 3,4% in 2017 und 3,3% in 2018. Angetrieben wird die Entwicklung vom stabilen Wachstum des Privatkonsums, das durch weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt gestützt wird. Diese Situation hat Ende 2016 zu einer Inflation der Preise geführt, was den privaten Konsum zwar beeinträchtigen kann, dieser jedoch stabil und ein wichtiger Treiber bleibt
Regional Economist Coface Central & Eastern Europe

Wien (OTS) -

  • 2016 - ein heterogenes Jahr für Zentral- und Osteuropa: Während der Arbeitsmarkt boomte, nahmen Umsätze und Gewinne der größten Unternehmen ab
  • CEE Top 500 Unternehmen steigerten Beschäftigungszahl, das führte zu niedrigeren Arbeitslosenraten in der Region
  • Polen verzeichnete höheren Umsatz und hat weiterhin den Spitzenplatz, gefolgt von Ungarn und der Tschechischen Republik, die beide Umsatzeinbußen verzeichnen mussten
  • Automobilindustrie (+ 8,6% Umsatz) überholte erstmals Öl und Gas (-5,6% Umsatz) als größte Branche

Der internationale Kreditversicherer Coface veröffentlichte die Studie der CEE Top 500. Die 500 größten Unternehmen in Zentral- und Osteuropa werden nach Umsatz gereiht und zusätzlich nach Faktoren, wie Anzahl der Mitarbeiter, Rahmenbedingungen der einzelnen Unternehmen, Branchen und Märkte, analysiert. Die Entwicklung in den größten Unternehmen spiegelt die Situation in der gesamten Region wider. "Zentral- und Osteuropa ist nach Deutschland der zweitwichtigste Außenhandelspartner Österreichs. Deshalb ist es essenziell, die wirtschaftlichen Trends genauestens zu beobachten", betont Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria.

Das Wirtschaftswachstum in der Region stieg nach dem stärksten Aufschwung von 3,5% in 2015 auch im Jahr 2016 um 2,9%. "Das gute makroökonomische Umfeld wirkte sich positiv auf die Geschäftstätigkeit aus. Die Region verzeichnete rückläufige Unternehmensinsolvenzen von 14% in 2015 und 6% in 2016", erklärt Katarzyna Kompowska, CEO Coface Zentral- und Osteuropa. "Darüber hinaus beobachten wir eine verbesserte Situation auf den Arbeitsmärkten, die zu den niedrigsten Arbeitslosenquoten seit Beginn der Aufzeichnungen führte. Steigende Löhne, eine niedrige Inflation und eine verbesserte Konsumentenstimmung ließen den Privatkonsum zur bedeutendsten treibenden Kraft hinter der wirtschaftlichen Expansion werden, was sich auf einige Sektoren in der Region positiv auswirkte." 

Top 500 Unternehmen: Umsatz sinkt, Beschäftigungszahl steigt

Das verlangsamte Wirtschaftswachstum wirkte sich auch auf die Top 500 Unternehmen aus. Mit Umsätzen von rund 580 Milliarden Euro mussten die Big Player 2016 einen Rückgang von 0,6% hinnehmen, die Nettogewinne sanken sogar um 3,1% auf 26,3 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den Umsatz- und Gewinneinbußen boomten die Beschäftigungsquoten. Die Top Player beschäftigten 4,5% der gesamten Erwerbsbevölkerung in der Region und erhöhten ihre Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 3,9% auf 2,24 Millionen Beschäftigte. Diese Entwicklung spiegelte sich in den rückläufigen Arbeitslosenquoten in der Region wider. In zehn Ländern sank die Arbeitslosenquote sogar um mehr als 10%, allen voran in Ungarn mit einem Rückgang um ‑25% auf 5,1% und in der Tschechischen Republik um -21,6% auf 4%, die niedrigste der gesamten Region. In den meisten zentral- und osteuropäischen Ländern sind die Arbeitslosenraten sogar noch niedriger als in Westeuropa. Estland ist das einzige Land, das mit 6,8% (+9,7%) eine höhere Arbeitslosenquote als im Vorjahr registrierte.

Unterschiede in den Branchen: Automobil im Aufwärts-, Öl und Gas im Abwärtstrend

Die Analyse nach Sektoren zeigt einen  Markt im Wandel. Traditionelle Industrien zeigen einen rückläufigen Trend und neue befinden sich auf der Überholspur. Obwohl neun der 13 Branchen ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erhöhen konnten, sank der Gesamtumsatz um 0,6%. Dieser Umsatzrückgang ist vor allem auf Sektoren, wie Öl und Gas (-5,4%), Energie (-7,3%) und Metall (-6,4%)zurückzuführen. Die Verluste in diesen Branchen waren zu groß, um die positive Entwicklung der anderen auszugleichen.

Über die letzten Jahre verzeichnete die Öl- und Gasindustrie, die bisher das Ranking dominierte, einen Abwärtstrend. 2016 verblieben 92 Unternehmen (18,4%)  in den größten 500 Unternehmen, verglichen mit 111 im Jahr 2015 (22,2%). Die Probleme in dieser Branche sind auf den schwierigen globalen Rohstoffmarkt zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen aus dieser Branche büßte Plätze im Ranking ein. 

Der Automobil- und Transportsektor nahm mit einem Umsatz von 128 Milliarden Euro den Spitzenplatz ein. In der EU stiegen die PKW-Neuzulassungen um zirka 7%. Diese stärkere Nachfrage wirkte sich positiv auf die Fahrzeugproduzenten in Zentral- und Osteuropa aus. Produktionsbetriebe und Hersteller von Komponenten und Ersatzteilen erhöhten ihre Kapazitäten für Westeuropa als wichtigstes Exportziel. Im Jahr 2016 war jedes fünfte Unternehmen unter den CEE Top 500 aus dieser Industrie, während es im Jahr 2015 noch 17% umfassten. Die Umsatzerlöse stiegen um 8,6% und der Gewinn um 6,8%.

Gute Aussichten für 2017 und 2018

Nach einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den CEE-Volkswirtschaften im vergangenen Jahr dürfte sich die Wirtschaft wieder erholt haben. "Coface prognostiziert eine durchschnittliche Wachstumsrate in Zentral- und Osteuropa von 3,4% in 2017 und 3,3% in 2018. Angetrieben wird die Entwicklung vom stabilen Wachstum des Privatkonsums, das durch weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt gestützt wird. Diese Situation hat Ende 2016 zu einer Inflation der Preise geführt, was den privaten Konsum zwar beeinträchtigen kann, dieser jedoch stabil und ein wichtiger Treiber bleibt“, ergänzt Grzegorz Sielewicz, Regional Economist Coface Zentral & Osteuropa.

Die komplette CEE Top 500 Studie zum Download.

Über Coface

Die Coface-Gruppe, ein weltweit führender Kreditversicherer, schützt Unternehmen überall auf der Welt vor Forderungsverlusten, im Inlandsgeschäft und im Export. Mit dem Ziel, der agilste weltweite Kreditpartner im Markt zu werden, ist Coface mit rund 4.300 Mitarbeitern in 100 Ländern direkt oder durch Partner vertreten. 2016 erreichte die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 1,411 Mrd. Euro. Jedes Quartal veröffentlicht Coface Bewertungen von 160 Ländern. Diese Länderbewertungen basieren auf der spezifischen Kenntnis des Zahlungsverhaltens von Unternehmen und der Expertise von 660 Kreditprüfern und Kreditanalysten, die nah bei den Kunden und deren Debitoren arbeiten.

Download der Studie CEE Top 500
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Communications Manager
T. +43 (1) 515 54-540
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