Um ELGA ist es leider still geworden

Mit der flächendeckenden Einführung bei niedergelassenen Ärzten droht ein finanzielles Milliardengrab

St. Pölten (OTS) - „Um die elektronische Gesundheitsakte ELGA ist es leider ziemlich still geworden“, wundert sich die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete (Liste Frank) Dr. Gabriele Von Gimborn, MPH. „Offenbar hat das Thema Primärversorgung alle anderen wichtigen Themen der Gesundheitspolitik verdrängt. Dabei droht mit der flächendeckenden Einführung von ELGA bei niedergelassenen Ärzten ein finanzielles Milliardengrab.“ Denn ELGA ist aus ihrer Sicht für ein effizientes medizinisches Arbeiten unbrauchbar. Und wird daher Folgekosten in bisher noch ungeahnter Höhe produzieren. „Ohne eine Umstrukturierung des Gesamtsystems kann ELGA nicht funktionieren.“

Dr. Von Gimborn erläutert: „Eine Optimierung der medizinischen Kommunikation kann nur dann erreicht werden, wenn es ähnlich eines Steuerberaters in der Wirtschaft einen Hauptverantwortlichen gibt, der alle medizinisch relevanten Daten des Patienten bekommt, bearbeitet, verwaltet und bei Bedarf weiterleitet.“ Dafür benötigt man jedoch nur die Verpflichtung zur gerichteten Kommunikation sowie einen verantwortlichen Hausarzt. „Wenn das System als Ganzes nicht optimiert wird, dann wird ELGA auch nichts verbessern, sondern die Zeit- und Geldvernichtung im System weiter anheizen und damit für eine weitere dramatische Verschlechterung der Versorgung verantwortlich sein.“

Wer anschafft muss zahlen - Die Verschwendung geht in die Milliarden

Mit ungepflegten Datenfriedhöfen aus pdf-Dateien wie derzeit bei ELGA kann ohnehin keinesfalls eine Optimierung erreichen. „Und das Projekt wird dem Menschen trotzdem so verkauft, als hätte damit jeder Arzt in Sekundenschnelle auf Knopfdruck alle notwendigen Informationen parat. Doch das ist reine Utopie von Schreibtischtätern, die sich mit der Arbeitsweise der ärztlichen Berufe nicht auskennen“, führt Dr. Von Gimborn aus. „Und selbst wenn ELGA klaglos funktionieren würde und wenn auch die Datenerfassung modern und standardisiert wäre, muss jeder Arzt eine gewisse Zeit damit verbringen, die ungepflegte Akte ELGA nach den wenigen für ihn relevanten Informationen zu durchsuchen.“

Alleine das erzeugt Kosten in Milliardenhöhe. „Man muss nur bei 130 Millionen Behandlungen pro Jahr je zwei Minuten verschenkte Zeit rechnen, dann wird der jährlich verschwendete Eurobetrag schon zehnstellig“, schätzt Dr. Von Gimborn. Bis heute ist auch noch nicht geklärt, wer diese Kosten übernimmt. „Wer anschafft, der muss aus meiner Sicht auch zahlen. Und wenn durch Gesetzgebung zusätzliche Kosten für Leistungserbringer in diesem Land anfallen, dann sind diese vollständig durch den Gesetzgeber abzudecken. Das gilt selbstverständlich auch für den erhöhten Arbeitsaufwand durch ELGA.“

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