Neues Volksblatt: "Messer gewetzt" von Markus EBERT

Ausgabe vom 23. September 2017

Linz (OTS) - Gemessen daran, dass die Bundeshauptstadt für die ÖVP seit eh und je ein schwieriges Pflaster war, sendet Sebastian Kurz mit seinem heutigen „Auftakt zur Entscheidung“ in der Wiener Stadthalle natürlich ein starkes Signal aus. Wenn mitten im roten Wien tausende Nicht-SPÖler mit Nachdruck bekunden, in welche Richtung am 15. Oktober das politische Pendel ausschlagen soll, dann zeugt das von ordentlichem Selbstbewusstsein. Wobei: Adressat der Kurz-Botschaft, dass es „Zeit für Neues“ ist, ist gerade in Wien auch die FPÖ. Immerhin hat deren Parteichef auch in der Wiener Landesgruppe das Sagen. Jedenfalls ist den Hauptkonkurrenten SPÖ und FPÖ mittlerweile klar geworden, dass Kurz weit in ihre vermeintlichen Hegemonialgebiete hineinstrahlt — was nicht zuletzt an den zunehmend unappetitlicher werdenden Attacken auf den Außenminister abzulesen ist.
Wenn der Wahlkampfauftakt heute auch unter der Devise steht „Es. Geht. Los“, dann ist das ein eindeutiger Auftrag an die Funktionäre und Kandidaten der Volkspartei: Es gilt, aus der guten Stimmung für Kurz in den letzten drei Wochen bis zur Wahl durch Überzeugungsarbeit auch möglichst viele Stimmen zu machen. Einen wesentlichen Part dafür kann Kurz freilich niemand abnehmen: Er muss sich in der Tretmühle der unzähligen TV-Diskussionen behaupten. Die verbalen Messer der Konkurrenz für die „Mutter aller Wahlschlachten“ sind gewetzt.

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