Bundesminister Drozda ehrt Psychoanalytiker August Ruhs

Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst

Wien (OTS) - "August Ruhs hat sich in seinem Wirken als Psychiater und Neurologe, als Psychoanalytiker, als Lehrender und Publizist große Verdienste erworben. Es zeichnet ihn dabei besonders aus, dass er nie eine rein medizinisch-naturwissenschaftliche Sichtweise einnimmt, sondern immer auch eine Verzahnung zur therapeutischen, kulturtheoretischen und gesellschaftskritischen Dimension der Psychoanalyse herstellt", sagte Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda heute, Freitag, bei der feierlichen Überreichung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst an Universitätsprofessor August Ruhs im Kongresssaal des Bundeskanzleramts.

Das Wirken des Geehrten sei vielschichtig und reiche von seinen therapeutischen Erfolgen bis hin zu zahlreichen Büchern und Publikationen, die nicht nur aus den Bereichen der theoretischen und angewandten Psychoanalyse stammen, sondern auch Kunst- und Filmanalysen sowie kulturtheoretische Konzeptionen beinhalten würden. So sei August Ruhs auch aus gutem Grund Kuratoriumsmitglied des Museums für angewandte Kunst, so Drozda. Die Republik Österreich danke ihm mit der heutigen Ehrung für die Aufrechterhaltung einer Tradition: "Wien war ja nicht nur Wiege der Psychoanalyse nach Freud, sondern auch der Existenzanalyse nach Frankl und der Individualpsychologie nach Adler. Professor Ruhs steht in der Nachfolge von Freud und Lacan, er hat vielen Menschen in ihrem Leid geholfen und wir danken ihm für all seine wertvollen Beiträge", so der Bundesminister.

Univ.-Prof. Dr. August Ruhs, geboren 1946, studierte in seiner Geburtsstadt Graz Medizin und Psychologie. Es folgten weitere Ausbildungen für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalyse, Psychodrama und Gruppenpsychoanalyse. In Deutschland erwarb er die Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" der Deutschen Ärztekammer und das Diplom "Psychodrama-Lehrtherapeut" des Moreno-Instituts. Zurück in Österreich war er ab 1979 im psychotherapeutischen Ambulatorium der Wiener Gebietskrankenkasse tätig und eröffnete im Jahr 1980 eine psychoanalytisch-psychotherapeutische Privatpraxis. 1983 trat er in die Wiener Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie ein. August Ruhs leitete 1984 bis 1986 die Fachsektion Psychodrama im Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), wurde 1990 Lehranalytiker des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse und leitete von 1991 bis 1993 die Fachsektion Gruppenpsychoanalyse im ÖAGG.

Ruhs ist Mitbegründer der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule, Gründungsmitglied der internationalen Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse (AFP) und Mitbegründer der Tiefenpsychologisch/Psychoanalytischen Dachgesellschaft. Von 1999 bis 2003 und erneut seit 2013 fungiert er als Vorstandsmitglied der Wiener Sigmund-Freud-Gesellschaft. An der Wiener Psychoanalytischen Akademie hat er Lehrgänge für "Strukturale Psychoanalyse (Lacan u. a.)" sowie die Veranstaltungsreihe "Psynema – Psychoanalyse, Film, Kino" in Kooperation mit "Synema – Gesellschaft für Film und Medien" eingerichtet. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen und seit 1992 Mitherausgeber der Zeitschrift "texte. psychoanalyse. ästhetik. Kulturkritik".

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