Neues Volksblatt: "Neu verteilen!" von Markus EBERT

Ausgabe vom 22. September 2017

Linz (OTS) - „Mein Herz und mein Sinn Schwärmt stets nur für Wien“:
So beginnt ein nicht zuletzt dank der sängerischen Interpretation durch Fritz Wunderlich sehr ins Ohr gehende Lied über unsere Bundeshauptstadt. Und dann auch noch dieser Refrain:
„Wien, Wien, nur du allein
Sollst stets die Stadt meiner Träume sein!“
Eigentlich müsste das Rührstück ein wenig umgeschrieben werden, auf Stadt der Alp-Träume oder so, oder dass Herz und Sinn stets wegen Wien leiden.
Denn Fakt ist: Die Bundeshauptstadt ist nicht nur eine dank großer Vergangenheit immer noch schöne Stadt, sie ist uns vor allem lieb und teuer. Umso besser wäre es gewesen, hätte sich beispielsweise der SPÖ-Kulturminister nicht allzu oberlehrerhaft in die oberösterreichische Debatte um das Kulturbudget eingemischt. Dreimal so viel wie OÖ erhält nämlich die Bundeshauptstadt pro Einwohner an Kulturförderung vom Bund. Oder: Für den Bau der Wiener U-Bahn gibt es 50 Prozent Bundesförderung, während die Linzer Genossen ihrem Bundes-Infrastrukturgenossen für die zweite Linzer Schienenachse noch keinen lumpigen Euro herausgerissen haben. Dass Wien überdurchschnittlich von Transferleistungen des Bundes profitiert und trotzdem auf einem wachsenden Schuldenberg sitzt, rundet das Bild ab. Es wird höchste Zeit, dass der Kuchen im Sinne des Föderalismus neu verteilt wird.

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