PFOTENHILFE stellt falsche Tatsachenbehauptungen zu Wildtierunfällen richtig

Verein unterstellt PFOTENHILFE „Personen zu einer Straftat anzustiften“

Wie die Polizei – vielleicht auch noch mitten in der Nacht - reagiert, wenn ich wegen eines angefahrenen, verletzten Igels oder Eichhörnchens anrufe, kann sich jeder Mensch ausmalen
PFOTENHILFE-Geschäftsführerin Johanna Stadler

Wien/Lochen (OTS) - Ein Wiener Verein unterstellt in seiner Aussendung vom 20.7.2017 (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170920_OTS0156) der Tierschutzorganisation PFOTENHILFE, mit ihrer Aussendung vom 18.9.2017 (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170918_OTS0031) wörtlich „Personen zu einer Straftat anzustiften“. Dies weist die PFOTENHILFE vehement zurück.

Erstens sind Wildtiere grundsätzlich „herrenlos“. Es gibt einige „jagdbare“ Tierarten, bei denen aber auch erst das getötete oder gefangene Tier dem jeweiligen „Jagdausübungsberechtigten“ gehört. Da aber die PFOTENHILFE auch von Igeln und Mäusen spricht, und natürlich auch Eichhörnchen, Frösche, Kröten, Eidechsen, Schlangen etc. sowie Haustiere meint, die nicht zu den „jagdbaren“ Tieren zählen, gehen die Anschuldigungen in diesem Punkt schon einmal ins Leere. Falsch ist auch die Behauptung, dass laut StVO bei jedem Unfall mit einem Tier automatisch die Polizei zu verständigen ist. Es ist laut §4 Abs. 5b StVO sogar eine Gebühr von 36 Euro zu entrichten, wenn die Polizei unnötigerweise geholt wird.

Wie die Polizei – vielleicht auch noch mitten in der Nacht - reagiert, wenn ich wegen eines angefahrenen, verletzten Igels oder Eichhörnchens anrufe, kann sich jeder Mensch ausmalen“, so PFOTENHILFE-Geschäftsführerin Johanna Stadler.

Zweitens: es gibt tatsächlich einen „Wilderei“-Paragraphen im Strafgesetzbuch, der allerdings eben auf Wilderer abzielt, die ohne „Jagdausübungsberechtigung“ so genannte „jagdbare“ Wildtiere etwa erschießen und die Trophäe oder den ganzen Kadaver stehlen. Von einer solchen „Zueignung“ gemäß §137 StGB hat die PFOTENHILFE nie gesprochen.

Eine tierärztliche Versorgung eines verletzten Wildtieres samt Freilassung nach erfolgter Genesung ist jedenfalls juristisch meilenweit vom Straftatbestand der vorsätzlichen Wilderei entfernt. Tierfreunde werden immer versuchen Tieren in Not zu helfen, das gebietet nicht nur das Gewissen sondern auch das Tierschutzgesetz (§9 Hilfeleistungspflicht). Und schließlich gilt auch bei Tieren der so genannte rechtfertigende („übergesetzliche“) Notstand, erst recht seitdem 2013 Tierschutz als Staatsziel in den Verfassungsrang erhoben wurde.

Wenn das verboten wäre, gäbe es in ganz Österreich keine Wildtierauffangstationen samt Waisenaufzucht, die teilweise sogar vom Tierschutzministerium mit dem Österreichischen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurden. Der Tierschutzhof PFOTENHILFE Lochen ist seit 2006 nicht nur Tierheim für ungewollte, ausgesetzte oder beschlagnahmte Haustiere sondern auch Auffang- und Aufzuchtstation für verletzte Wildtiere und Wildtierwaisen.

"Jedes Jahr ziehen wir mehr als 100 Wildtiere unterschiedlichster Arten auf oder pflegen sie gesund und lassen sie anschließend in ihrem angestammten Revier wieder frei. Momentan beherbergen wir unter anderem mehrere Igel, Siebenschläferwaisen und Wildvögel. Alle werden zum richtigen Zeitpunkt wieder in die Freiheit entlassen. Das ist einer der Grundpfeiler unserer vielfältigen Aufgabengebiete", so Stadler abschließend.

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Verein Pfotenhilfe
Jürgen Stadler
Tel.: +43|677|614 25 226
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