Tierquälerei: Erneut Taube von Tierhasser angeschossen

Wiener Tierschutzverein kämpfte um das Leben von angeschossener Brieftaube.

Vösendorf (OTS) - Die Brutalität mancher Menschen gegenüber wehrlosen Geschöpfen scheint nicht abzureißen. Am Dienstag musste sich der Wiener Tierschutzverein (WTV) erneut mit einem Fall unfassbarer Tierquälerei beschäftigen. Und wieder einmal richtete sich die Gewalt gegen Tauben.

Am Nottelefon des WTV ging in den frühen Morgenstunden ein Anruf betreffend einer schwerverletzten Taube im 22. Wiener Gemeindebezirk (Donaustadt) ein. Das Tier wurde daraufhin von der Tierrettung in den WTV gebracht und dort umgehend tierärztlich untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um eine Brieftaube handelte, die auch beringt war. Der Vogel hatte eine schwere Verletzung am rechten Flügel, die stark nach einer Schussverletzung aussah. Ein anschließendes Röntgen bestätigte den Verdacht und brachte das wahre Ausmaß der Verletzung ans Licht. Im Flügel der Taube steckte ein Projektil, durch dessen Einschlag Elle und Speiche derart zerfetzt wurden, sodass eine Operation nicht mehr möglich war. Der WTV-Tierärztin blieb keine andere Wahl, als das Tier von seinem Leid zu erlösen. Ob die Kugel von einem Luftdruckgewehr oder einer anderen Waffe stammte, ließ sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen, da das Projektil extrem verformt war. „Tauben leiden zwar im Stillen, das heißt aber nicht, dass sie nicht unfassbare Schmerzen haben. Für so eine Tat gibt es keinen Grund und keine Entschuldigung“, so WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Leider kommt es bei Tauben immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen durch den Menschen. Es ist bereits der dritte im WTV behandelte Fall extremer Tierquälerei gegenüber dieser Tierspezies innerhalb kürzester Zeit, von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Dabei ist es den Tierhassern auch völlig egal, ob es sich um Stadttauben oder eben um Haustiere wie Brieftauben handelt. Dass Tauben in der Bevölkerung und ganz besonders in Wien derart polarisieren, liegt zu einem großen Teil auch an ihrem schlechten Ruf, der ihnen durch von Steuergeld finanzierte Imagekampagnen der öffentlichen Hand angedichtet wird. „Das Zusammenleben von Mensch und Tier erfordert ganz besonders in Ballungsräumen sinnvolle Konzepte und lebensgerechtes Management. Dies fehlt in Bezug auf Vögel in Wien nahezu völlig. Dadurch geraten Taubenfreunde und Taubenfeinde immer wieder aneinander. Die Leidtragenden sind aber letztlich die Tiere. Alle Tiere, insbesondere Tauben, haben ein Recht auf Leben und die politischen Vorstöße, die zu genannter Polarisierung führen, sind nichts anderes als verantwortungslos“, so Petrovic. Daher fordert der WTV einmal mehr einen runden Tisch zum Thema Tauben in der Stadt. Denn mittelfristig kann nur ein von Informationsarbeit begleitetes Taubenschlagkonzept zum Erfolg führen.

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