Rendi-Wagner: Gesundheitspersonal bei Gewalt gegen Frauen oft ErsthelferInnen

Neues Gewaltschutzprojekt verankert Umgang mit Gewalt gegen Frauen in Ausbildung von Gesundheitspersonal

Wien (OTS) - „Einer der Gründe, warum Frauen so lange in Gewaltbeziehungen bleiben, ist, weil sie oft nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen“, sagt Gesundheits- und Frauenministerin Rendi-Wagner anlässlich der Präsentation des neuen Gewaltschutz-Projekts des Gesundheits-und Frauenministeriums. Ziel des Projekts ist, den Umgang mit Gewalt gegen Frauen in die Ausbildung von Gesundheitspersonal zu verankern.

Spitäler und Arztpraxen sind oft die erste Anlaufstelle für Frauen, die Gewalt erleben. „Ärzte und Ärztinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen kommen häufig in Kontakt mit Frauen, die blaue Flecken oder gebrochene Rippen aufweisen – aber nicht immer wird erkannt, dass die betroffene Frau ein Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist. Und selbst, wenn das erkannt wird, ist das Gesundheitspersonal oft mit der Frage überfordert, was der betroffenen Frau geraten werden soll“, so Rendi-Wagner.

Das Projekt „Häusliche und sexualisierte Gewalt als Thema im Gesundheitswesen“ setzt genau hier an. Expertin Anneliese Erdemgil-Brandstätter hat im Auftrag des Gesundheits- und Frauenministeriums spezielle Lehrinhalte für Universitäten und Fachhochschulen entwickelt, um das Gesundheitspersonal schon während der Ausbildung für das Thema „Gewaltschutz“ zu sensibilisieren. Dabei geht es unter anderem um Gewalterkennung, professionelle Hilfestellungen und den Umgang mit Aggression und Gewalt im Arbeitsbereich.

„Die Akut- und Langzeitfolgen von Gewalt auf die körperliche, psychische und sexuelle Gesundheit sowie auf das Sozialleben sind enorm“, erläutert Projektleiterin Erdemgil-Brandstätter. „Da Angehörige von Gesundheitsberufen Menschen in ihrem ganzen Lebenszyklus begleiten, können sie Aggression und Gewalt in unserer Gesellschaft besonders gut zum Thema machen. Mit praxisnahen Unterrichtsmethoden wollen wir das Gesundheitspersonal für diese Herausforderung rüsten.“

Die entwickelten Lehrinhalte beinhalten unter anderem das Erkennen von Gewalt und das Verstehen von Gewalt als traumatischem Erleben, das Verhalten bei Erstkontakt mit Gewaltbetroffenen sowie den Umgang mit GefährderInnen und TäterInnen. (Schluss)

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