AK Marterbauer: Aufschwung muss auch bei den Löhnen zu spüren sein

Die Erholung der Konjunktur in Österreich bietet genug Spielräume für Lohnplus

Wien (OTS) - Die Industrieproduktion in Österreich befindet sich in einem kräftigen Aufschwung. „Sie liegt um etwa fünf Prozent über dem Niveau des Vorjahres, und die Aussichten sind positiv“, sagt AK Wirtschaftsexperte Markus Marterbauer. Nun sei auch die Lohnpolitik gefordert, die Früchte des Aufschwungs breit zu verteilen und auch jenen zukommen zu lassen, die in den vergangenen Jahren zurückfielen.

   Derzeit sind die Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung positiv: Die anziehende Nachfrage im Welthandel und besonders in Osteuropa sowie die hohe Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe tragen dazu bei. „Steigende Kapazitätsauslastung und positive Absatzerwartungen sorgen für anziehende Ausrüstungs- und Bauinvestitionen; die Konsumnachfrage profitiert von stark wachsender Beschäftigung“, erklärt Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaften in der AK Wien.

   Die österreichische Industrieproduktion lag im Juni 2017 um 16,8 Prozent über dem Basiswert des Jahres 2010, gleichzeitig um 4,4 Prozent über dem Niveau vom Juni 2016. Diese kräftige Beschleunigung der Produktion wird von der WIFO-Quartalsrechnung bestätigt: Die Wertschöpfung in der Warenproduktion lag im zweiten Quartal 2017 real um fünf Prozent über dem Vorjahr.  

   Sogar der Abstand zur deutschen Industrieproduktion, mit der normalerweise weitgehend Gleichklang herrscht, hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren ebenso überraschend wie spürbar erhöht. „Diese erfreuliche Produktionsentwicklung ist einerseits das Ergebnis anziehender Konjunktur bei wichtigen Handelspartnern, vor allem in Osteuropa, andererseits die Folge hoher Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industriebetriebe“, sagt Marterbauer. 

   Die Stärke der Industrieproduktion wird von einer wachsenden Inlandsnachfrage begleitet: Es wird deutlich mehr investiert, auch die Konsumnachfrage zeigt dank kräftigen Beschäftigungswachstums, steigender Löhne und anhaltender Wirkungen der Steuerreform stetigen Aufwärtstrend. 

   „Die anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen bieten Spielraum, um weitere Schritte für faire Teilhabe der ArbeitnehmerInnen und Stützung der gesamtwirtschaftlich wichtigen Konsumnachfrage zu setzen, denn im Zuge des Konjunkturaufschwungs zieht auch das Wachstum der Arbeitsproduktivität wieder merklich an“, sagt Marterbauer.


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