FotoQuest GO: Citizen Science-Kampagne erforscht Landnutzung in Österreich

Die Landschaft erkunden und der Wissenschaft bei Klima- und Umweltschutz helfen.

Wien/Laxenburg (OTS) - Heute startet mit der Fotoquest GO-App eine Citizen Science-Initiative, die sich mit der Nutzung von Landflächen in ganz Österreich beschäftigt und ein Community-basiertes Monitoring etablieren soll.

Jeden Tag gehen in Österreich laut Umweltbundesamt rund 150.000 Quadratmeter an Boden verloren. Äcker und Grünland werden zu Flächen für Wirtschaft, Verkehr, Wohnen und Erholung umgewandelt. Nahezu die Hälfte der Böden wird versiegelt - das bedeutet, dass sie ihre ökologischen Funktionen wie die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff verlieren. Umso wichtiger ist es, dass die Wissenschaft hier mit umfassenden und aktuellen Daten arbeiten kann, um bedrohlichen Entwicklungen vorzubeugen.

Ziel der FotoQuest GO-Initiative ist es, im Zeitraum von drei Monaten aktuelle und umfassende Daten über die Landnutzung in Österreich zu sammeln. Die TeilnehmerInnen werden aufgefordert, spezielle Orte aufzusuchen und mit der FotoQuest GO-App (verfügbar für iOS und Android) zu fotografieren sowie nach vorhandenen Kriterien zu klassifizieren: Agrar-Nutzflächen, Wiesen, Wälder, Straßen oder Gebäude. Dieses Jahr wird FotoQuest GO die TeilnehmerInnen für jede Datenerfassung zudem finanziell vergüten.

“Bodenversiegelung durch Bebauung kann die Risiken von Hochwasser, Wasserknappheit, Zerstörung von Agrarflächen und Hitzewellen in den Städten, die zur globalen Erwärmung beitragen, erheblich verstärken”, kommentiert Wissenschafter Steffen Fritz, Leiter der Citizen Science-Projekte der IIASA. “Um diese Veränderungen in der Landschaft nachvollziehen zu können, haben wir FotoQuest GO entwickelt. Mittels der App FotoQuest GO können UserInnen mithelfen, für die Wissenschaft wertvolle Daten in Bezug auf Landnutzung in Österreich zu sammeln."

Die Auswirkungen der Klimaveränderung sind in Österreich bereits deutlich sichtbar. Der Sommer 2017 war einer der heißesten in der Geschichte, was einem langfristigen Trend folgt. Die elf heißesten Sommer in der 251jährigen Messreihe der Wetterbeobachtung fanden alle nach dem Jahr 2000 statt. Dazu kamen Überschwemmungen, Murenabgänge und Starkregen. „Die Klimaveränderung ist bereits in vollem Gange und wir müssen entschlossene Schritte setzen, um katastrophale Folgen noch abzuwenden. Als „Citizen Scientists“ kann man nun einen wichtigen Beitrag leisten um bessere Daten über Landnutzung und -beschaffenheit zu erhalten. Das ist wichtig, um die Herausforderungen zu meistern, die direkt vor uns liegen“, sagt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher bei GLOBAL 2000.

FotoQuest GO wird die von den Citizen Scientists gesammelten Daten mit denen des Land Use and Coverage Area frame Survey (LUCAS) der EU ergänzen. Die Daten dieser EU-Studie werden alle drei Jahre aktualisiert und sind kostspielig in der Beschaffung. Die Orte, an denen die FotoQuest GO App Daten sammeln soll, entsprechen denen der LUCAS-Studie, um einen Abgleich zu ermöglichen. Partner der FotoQuest GO sind die IIASA (International Institute for Applied Systems Analysis), das Umweltbundesamt sowie die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. 

Das Citizen Science-Experiment

FotoQuest GO findet in Österreich schon zum zweiten Mal statt. Bei FotoQuest Austria 2015 wurden über 12,000 Fotos von über 2,000 Orten im ganzen Land gesammelt. Die Resultate der Initiative wurden auch im wissenschaftlichen Journal Remote Sensing veröffentlicht und bewiesen eindrucksvoll, dass Citizen Science-Initiativen erheblich dazu beitragen können, Studien wie LUCAS deutlich aufzuwerten oder die Kosten für derartige Studien in Zukunft deutlich senken zu können. Leider wurden aber vor allem entlegene Orte kaum oder gar nicht aufgesucht und erfasst. Von den insgesamt 9.000 Orten der LUCAS-Studie wurden lediglich 2.000 von Citizen Scientists aufgesucht. Auch die Klassifizierung der natürlichen Böden war nicht immer fehlerfrei – ganz im Gegensatz zu den meist korrekt eingeordneten Bebauungen.

FotoQuest GO 2017 soll nun neue Maßstäbe setzen und dafür soll auch die Motivation zur Teilnahme gesteigert werden: Die Hobby-WissenschaftlerInnen der diesjährigen Kampagne werden nun für jeden besuchten und vollständig erfassten Ort mit je 1,-€ belohnt.

“Wenn ein Teilnehmer seine Eingaben hochlädt, folgt eine Empfangs-Bestätigung. Die Eingaben werden anschließend auf ihre Qualität geprüft und bei entsprechender Eignung wird dem Teilnehmer 1,-€ gutgeschrieben. Der Ort wird dann von der Karte der FotoQuest-App gelöscht”, erklärt Tobias Sturm von IIASA die Funktionsweise der von ihm entwickelten App.

Die FotoQuest GO App für Android https://play.google.com/store/apps/details?id=com.IIASA.FotoQuestGo

Die FotoQuest GO App für iPhone https://itunes.apple.com/at/app/fotoquest-go/id1162111985?l=en&mt=8

Alle Infos zu FotoQuest GO: http://fotoquest-go.org/

Infos zu FotoQuest Austria 2015: http://www.iiasa.ac.at/web/home/about/news/20150709-Fotoquest.html

Dieses Projekt wurde gefördert von: European Research Council (ERC) Consolidator Grant 617754: CrowdLand - Harnessing the power of crowdsourcing to improve land cover and land use information) http://www.iiasa.ac.at/web/home/research/researchPrograms/EcosystemsServicesandManagement/Crowdland.html

Pressebilder unter www.flickr.com/photos/global2000

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The International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) is an international scientific institute that conducts research into the critical issues of global environmental, economic, technological, and social change that we face in the twenty-first century. Our findings provide valuable options to policymakers to shape the future of our changing world. IIASA is independent and funded by prestigious research funding agencies in Africa, the Americas, Asia, Europe, and Oceania. www.iiasa.ac.at

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Steffen Fritz , Senior Research Scholar IIASA Ecosystems Services and Management, +43(0) 2236 807 353, fritz@iiasa.ac.at
Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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