- 13.09.2017, 13:09:12
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Walser zu ÖVP-Bildungsprogramm: Kurz schreibt wieder von FPÖ ab
Grüne: Schluss mit populistischen Ausgrenzungsphantasien – her mit Integration
„Mit der Forderung nach ,Deutsch vor Schuleintritt‘ hat die ÖVP offensichtlich wieder einmal von der FPÖ abgeschrieben. Sie vertritt damit populistische Ausgrenzungsphantasien statt aktiver Integrationspolitik“, betont Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, anlässlich des heute präsentierten Bildungsprogramms der ÖVP. „Die Trennung der Kinder und Jugendlichen ist nicht nur teuer und ungerecht, sondern lernpsychologisch völlig kontraproduktiv, denn Kinder lernen am besten von Kindern.“
Der Bildungssprecher der Grünen setzt bei der Lösung auf ein Zweisäulenmodell: „Zum einen brauchen wir eine durchgängige Sprachenförderung vom Kindergarten bis zum Ende der Schullaufbahn, die integrativ stattfindet und neben der Förderung von Erst- und Bildungssprache auch gezielt auf Elternarbeit setzt“, meint Walser mit Verweis auf das erfolgreiche Hamburger Modell FörMig. „Zweitens sollen Kinder zum Beginn der Bildungslaufbahn eine flexible Schuleingangsphase durchlaufen. Diese dauert ein bis drei, in der Regel zwei Jahre, und gibt Kindern die Möglichkeit, sich ohne Diskriminierung zu entwickeln und individuell gefördert zu werden. „Kinder brauchen am Anfang der Bildungslaufbahn Zeit, um Grundkompetenzen zu erwerben, dann sind sie besser auf die weitere Schullaufbahn vorbereitet“.
„Auch die vorschulische Bildung ist bei der ÖVP nicht in guten Händen“, konstatiert Walser. So ist sie bei der Umsetzung des verpflichtenden zweiten Kindergartenjahres ebenso säumig wie bei der Einführung eines bundeseinheitlichen Qualitätsrahmens für Elementarpädagogik. Dieser sei bereits im Regierungsprogramm 2014 versprochen worden, von der zuständigen ÖVP-Familienministerin aber nie umgesetzt worden.
„Ministerin Sophie Karmasin konnte weder das, noch das verpflichtende zweite Kindergartenjahr gegenüber den Ländern durchsetzen“, zeigt sich Walser von den Leistungen der ÖVP-Ministerin enttäuscht. „Wir brauchen zukunftsorientierte Lösungsansätze und Investitionen in die Bildung statt laufender Kürzungsprogramme. Und wir müssen endlich auf die Erfahrung der Lehrkräfte hören, statt ideologische Ausgrenzungsphantasien zu betreiben. Sie schaden langfristig nicht nur den betroffenen Kindern und Jugendlichen, sondern auch der ganzen Gesellschaft.“
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