Greenpeace-Befragung: Kern, Strache, Lunacek und Pilz gegen Glyphosat

Nur Kurz und Strolz nicht für Verbot – Parlament muss nun Landwirtschaftsminister in die Pflicht nehmen

Wien (OTS) - Eine klare Mehrheit der SpitzenkandidatInnen zur Nationalratswahl ist für ein vollständiges Verbot des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat. Lediglich Sebastian Kurz (ÖVP) und Matthias Strolz (NEOS) sprechen sich nicht klar für ein Glyphosat-Verbot aus. Das ergab eine Erhebung der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die insgesamt fünf Fragen zum Thema Glyphosat und Pestizide an die KandidatInnen gerichtet hatte. Nun fordert Greenpeace einen Schulterschluss der Glyphosat-GegnerInnen im Parlament.

„Es ist sehr erfreulich, dass sich ein Großteil der Kandidatinnen und Kandidaten so deutlich gegen das Pflanzengift positioniert. Damit folgen sie der Empfehlung der Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation“, sagt Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. Einzig Sebastian Kurz und Matthias Strolz befürworten nicht ausdrücklich ein Glyphosat-Verbot. Sie verweisen stattdessen auf die ExpertInnen-Gremien der Europäischen Kommission, die sich mit Glyphosat befassen. Österreich ist in diesen Gremien durch die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) vertreten. Egit: „Tatsächlich liegt die Entscheidung für oder gegen Glyphosat aber in der Verantwortung der Politik. Es gehört zu den Aufgaben von Politikerinnen und Politikern, sich aus unterschiedlichen Standpunkten eine Meinung zu bilden und dann zu entscheiden.“ Dabei müssten sowohl wissenschaftliche Fakten als auch gesellschaftliche Interessen wie das Vorsorgeprinzip und der Schutz der öffentlichen Gesundheit sowie das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit in Betracht gezogen werden. „Sebastian Kurz und Matthias Strolz müssen daher, wie die anderen Spitzenkandidaten auch, politisch Verantwortung übernehmen und eine klare Entscheidung treffen“, sagt Egit.

Mit Christian Kern (SPÖ), Heinz-Christian Strache (FPÖ), Ulrike Lunacek (Die Grünen), Peter Pilz (Liste Pilz), Mirko Messner (KPÖ Plus) und Barbara Rosenkranz (FLÖ) sprechen sich gleich sechs SpitzenkandidatInnen eindeutig und unmissverständlich für ein vollständiges Verbot von Glyphosat aus. Folgerichtig befürworten alle diese sechs SpitzenkandidatInnen auch ein Verbot von Glyphosat in privaten Gärten und im öffentlichen Raum – also zum Beispiel auf Spielplätzen oder an Spazierwegen.

Das Ergebnis der Befragung belegt: Es gibt eine klare parlamentarische Mehrheit gegen Glyphosat. Das Parlament kann also Minister Rupprechter dazu verpflichten, im Herbst in Brüssel gegen die weitere Zulassung zu stimmen. Eine solche Bindung durch das Parlament würde auch für eine zukünftige Regierung gelten. „Jetzt müssen sich die Glyphosat-Gegner im Nationalrat zusammenschließen -im Sinne der österreichischen Bevölkerung. Sie können im EU-Unterausschuss die jetzige und die zukünftige Regierung an ein klares Nein zu Glyphosat binden. Diese Chance muss unbedingt genutzt werden!“, fordert der Greenpeace-Geschäftsführer abschließend.

Hier finden Sie die Ergebnisse der Befragung: http://bit.ly/2w1gCjW Hier finden Sie die Antworten der SpitzenkandidatInnen in voller Länge: http://bit.ly/2w1hCV9

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Landwirtschaftssprecher
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