„ORF III Kulturdienstag“: „erLesen“ zum Thema Bildung mit Konrad Paul Liessmann, Andrea Walach und André Stern

Außerdem: „Vieler Herren Häuser: Die Albertina – Eine Freimaurerbastion mit Geschichte“, „Mythos Geschichte“ zu den Freimaurern und Oberst Redl

Wien (OTS) - Am „ORF III Kulturdienstag“, dem 12. September 2017, meldet sich „erLesen“ (20.15 Uhr) mit einer heißen Diskussion aus der Sommerpause zurück. Zuvor begrüßt Peter Fässlacher Volkstheater-Direktorin Anna Badora in „Kultur Heute“ (19.50 Uhr) und spricht mit ihr über die Neuproduktion „Iphigenie in Aulis“.

In Heinz Sichrovskys Bücherwelt wird anschließend im Hauptabend, traditionell zum Schulbeginn, die Bildungsdebatte entfacht – jedoch wie immer mit klarem Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger. Zu Gast sind Gesprächspartner, deren Ansätze zu Bildung und Kinderförderung durchwegs unterschiedlich sind und die Wogen auch ordentlich hochgehen lassen. Der Pariser André Stern etwa sah selbst keinen Klassenraum von innen und geht aus eigener Erfahrung der Frage nach, was aus jemandem wird, der nie zur Schule gegangen ist. Im Gespräch erklärt er, wie man desinteressierte und besonders faule Kinder zum Lernen motivieren und begeistern kann. Schuldirektorin Andrea Walach will mit ihrer schwerwiegenden Kritik am Schulsystem verhindern, dass aufgrund der Bildungsmängel eine „verlorene Generation“ heranwächst. Philosoph Konrad Paul Liessmann schildert kritisch, dass er Bildung mittlerweile als Provokation ansieht und Belesenheit heutzutage keine Rolle mehr spielt. Eine Haltung, mit der nicht jeder Sendungsgast konform geht.

In einer neuen Folge „Vieler Herren Häuser“ geht es im Rahmen von „Erbe Österreich“ danach in „Die Albertina – Eine Freimaurerbastion mit Geschichte“ (21.10 Uhr). Als Albert von Sachsen-Teschen, der mit einer Tochter Maria Theresias verheiratet war, seinen Statthalter-Posten in den Österreichischen Niederlanden verlassen musste, schenkte ihm Kaiser Franz II. dieses Haus als repräsentativen Sitz. Er war in seiner alten Heimat Dresden schon früh in eine Freimaurerloge eingetreten und wurde eine prägende Persönlichkeit für die Freimaurer-Szenen in mehreren europäischen Hauptstädten, darunter Wien. Mit den Kontakten seiner Logenbrüder und dem Geld seiner Frau legte er den Grundstein für die heutige Grafik-Sammlung der Albertina.

„Mythos Geschichte“ präsentiert anschließend „Die Freimaurer – Die Wahrheit über den Geheimbund“ (22.00 Uhr). Regisseur Wolfgang Winkler wirft anlässlich des heuer zelebrierten 300-jährigen Bestehens einen genauen Blick auf das Wesen des Freimaurertums. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, ergänzt durch die Begriffe Toleranz und Humanität, gelten als das Credo des Bundes – alles ehrbare Begriffe und doch ist der Einfluss der Freimaurer bis heute gefürchtet. Aber wo, warum und wie stark bringen sich die Logenbrüder tatsächlich im deutschen Sprachraum ein?

Den Abend beschließt eine weitere Ausgabe von „Mythos Geschichte“:
„Leidenschaft und Verrat: Oberst Redl – Der Jahrhundertspion“ (22.50 Uhr). Die Dokumentation von Fritz Kalteis und Gerhard Jelinek zeigt die Verbindung zweier Meister ihres Faches – der eine Meister der Reportage, der andere Meisterspion. Egon Erwin Kisch, der berühmte „rasende Reporter“ aus Prag, machte den Fall des anderen, des Oberst Alfred Redl, der jahrelang für die Russen spionierte, erst bekannt. Kisch konnte in seiner journalistischen Arbeit die Vertuschungsversuche der k. u. k. Armeeführung geschickt unterwandern, indem er alle Vorwürfe gegen Redl in Form eines Dementis in der Prager Tageszeitung „Bohemia“ veröffentlichte. So kam der Fall mit all seinen pikanten Details im Mai 1913 an die Öffentlichkeit. Der Film begibt sich auf eine Spurensuche nach den Hintergründen des Falls Redl und gestattet einen Blick auf die Persönlichkeit des k. u. k. Geheimdienstchefs.

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