1. Fachkongress des FORUM Wasserhygiene

Mehr Problembewusstsein für Trinkwasserhygiene

  • In Österreich wird bestes Trinkwasser von den Wasserversorgern angeliefert. Den meisten Menschen sind jedoch die Faktoren, durch die Trinkwasser im Gebäude verderben kann, und auch die Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwasserqualität nicht bewusst.
    DI Maria Patek, MBA, Sektionschefin Wasserwirtschaft im Lebensministerium
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  • Das Ziel des FORUMs ist es, Menschen zu schützen und Wirtschaft zu bewegen. Als interdisziplinäres Netzwerk vereint es alle zuständigen Experten und Fachleute, die einen Beitrag zur Qualitätssicherung des Trinkwassers im Gebäude leisten können und auch wollen
    KR Herbert Wimberger, Präsident des FORUM Wasserhygiene
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  • Wir wissen heute, dass sich in der Trinkwasser-Installation von Gebäuden bestimmte Bakterien vermehren können zu denen u.a. Legionellen und andere Krankheitserreger gehören. Diese Bakterien können für abwehrgeschwächte Personen zu schweren Erkrankungen führen. Aus diesem Grund ist die Trinkwasserhygiene in Gebäuden heute eines der wichtigen Themen in der Hygiene und Risikoregulierung.
    Trinkwasser-, Hygiene- und Legionellenexperte Prof. Dr. Martin Exner, Universität Bonn
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  • Wenn Wasser in der Armatur und in den Leitungen steht, können sich Metalle und Werkstoffe im Wasser ansammeln, es vermehren sich aber auch Bakterien. Um beste Wasserqualität zu haben, sollte man das Wasser etwas laufen lassen.
    Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin der Abteilung Wasserhygiene an der Medizinischen Universität Wien
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  • Dieses Projekt zeigt das Potenzial von intelligentem Contracting. Im Hotel Gutjahr ist es gelungen, bei einer Reduktion des Wasser- und Energieverbrauchs ökologische Vorteile zu erzielen und dabei eine signifikante Verbesserung der Hygiene zu erreichen
    Mag. Dr. Manfred Tacker, FH Campus Wien
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Am 7. September fand der österreichweit 1. Fachkongress des FORUM Wasserhygiene zum Thema „Qualitätssicherung des Trinkwassers im Gebäude“ in der Orangerie Schönbrunn in Wien statt. Rund 300 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung, um sich über die unterschätzte Problematik der Trinkwasserhygiene im Gebäude zu informieren.

Wie eine aktuelle Studie des FORUM Wasserhygiene ergab, kümmern sich über zwei Drittel der Österreicher nicht um die Wartung ihrer Trinkwasserinstallation. Fast ebenso viele halten unser wichtigstes Lebensmittel für nicht verderblich. Wenngleich das Problembewusstsein für Trinkwasserhygiene in der Bevölkerung noch nicht sehr hoch ist, befasst sich die Fachwelt sehr wohl mit diesem Thema und praktikablen technischen Lösungen. So war das Interesse und die Besuchervielfalt beim 1. Fachkongress des FORUM Wasserhygiene am 7. September in Wien groß: Zahlreiche Planer und Errichter von Trinkwasserinstallationen füllten den Vortragssaal ebenso wie Betreiber aus dem Tourismus, Immobilien- und Facility Management sowie dem Gesundheits- und Pflegebereich. Auch DI Maria Patek, MBA, Sektionschefin Wasserwirtschaft im Lebensministerium, betonte in ihren Begrüßungsworten die Bedeutung einwandfreier Trinkwasserqualität: „In Österreich wird bestes Trinkwasser von den Wasserversorgern angeliefert. Den meisten Menschen sind jedoch die Faktoren, durch die Trinkwasser im Gebäude verderben kann, und auch die Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwasserqualität nicht bewusst.“
Netzwerke wie das FORUM Wasserhygiene und auch Behörden würden bei der Sensibilisierung zur Trinkwasserhygiene eine sehr wichtige Rolle spielen: „Das Ziel des FORUMs ist es, Menschen zu schützen und Wirtschaft zu bewegen. Als interdisziplinäres Netzwerk vereint es alle zuständigen Experten und Fachleute, die einen Beitrag zur Qualitätssicherung des Trinkwassers im Gebäude leisten können und auch wollen“, so KR Herbert Wimberger, Präsident des FORUM Wasserhygiene.

Trinkwasserhygiene zentral für den Gesundheitsschutz

Das Vortragsprogramm des Fachkongresses war so vielseitig wie abwechslungsreich: der international anerkannte Trinkwasser-, Hygiene- und Legionellenexperte Prof. Dr. Martin Exner von der Universität Bonn sowie Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin der Abteilung Wasserhygiene an der Medizinischen Universität Wien, präsentierten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Trinkwasserhygiene. Exner betonte die bedeutende Rolle der Trinkwasserhygiene für die Gesundheit der Menschen: „Wir wissen heute, dass sich in der Trinkwasser-Installation von Gebäuden bestimmte Bakterien vermehren können zu denen u.a. Legionellen und andere Krankheitserreger gehören. Diese Bakterien können für abwehrgeschwächte Personen zu schweren Erkrankungen führen. Aus diesem Grund ist die Trinkwasserhygiene in Gebäuden heute eines der wichtigen Themen in der Hygiene und Risikoregulierung.“ Laut Wassersicherheitsplan der WHO ist das Augenmerk besonders auf die Wasseraufbereitung und -verteilung im Haus vom Wasserzähler bis zur Armatur zu legen. Sommer wies im Zuge des Fachkongresses darauf hin: „Wenn Wasser in der Armatur und in den Leitungen steht, können sich Metalle und Werkstoffe im Wasser ansammeln, es vermehren sich aber auch Bakterien. Um beste Wasserqualität zu haben, sollte man das Wasser etwas laufen lassen.“

Praktikable Lösungen für Betreiber

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer jene Vorträge, die auch Lösungsansätze zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene präsentierten: Vom prozessorientierten Risikomanagement über die Anforderungen an das Material für Trinkwasserarmaturen bis zur Dokumentation 4.0 stellten Mitglieder des FORUMs den aktuellen Stand der Technik dar. Nicht zuletzt beleuchteten Rechtsanwältin Mag. Martina Gaspar und Jurist Mag. Vedran Pavlovic die rechtlichen Risiken rund um die Trinkwasserhygiene. Die Werkzeuge zur Minimierung der Haftungsrisiken von Planern und Errichtern standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Wartungs- und Instandhaltungspflichten der Betreiber.
Mit Spannung wurde auch der Vortrag von Dr.-Ing. Karin Rühling erwartet, die ein fachübergreifendes Verbundforschungsvorhaben zur Energieeffizienz und Hygiene in der Trinkwasserinstallation an der TU Dresden leitet und aktuelle Erkenntnisse aus dem Projekt präsentierte.

Prämierung der Gewinner des 1. FORUM Wasserhygiene Awards

Ein besonderes Highlight war die Auszeichnung der Gewinner des 1. FORUM Wasserhygiene Awards: In der Kategorie WasserWISSENSCHAFT überzeugte die Einreichung von Dr. Jörg Ettenauer von der Donauuniversität Krems mit dem Titel „Elektrochemische Detektion von Escherichia coli im Trinkwasser“. Die Kategorie WasserPRAXIS entschied Erwin Bernsteiner von TWP wasser:management mit seiner Einreichung eines Contracting-Verfahrens bei der Umsetzung von Trinkwasserhygiene im Abtenauer Hotel Gutjahr. „Dieses Projekt zeigt das Potenzial von intelligentem Contracting. Im Hotel Gutjahr ist es gelungen, bei einer Reduktion des Wasser- und Energieverbrauchs ökologische Vorteile zu erzielen und dabei eine signifikante Verbesserung der Hygiene zu erreichen“, begründete Jury-Vorsitzender Mag. Dr. Manfred Tacker von der FH Campus Wien die Jury-Entscheidung.


FORUM Wasserhygiene

Das FORUM Wasserhygiene ist eine Initiative zur Verbesserung der Trinkwasserinstallationen in Gebäuden. Ein interdisziplinäres Netzwerk an Experten schafft Bewusstsein, vermittelt Wissen und bietet praxisorientierte Lösungen am Stand der Technik zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene. Weitere Informationen: http://www.forum-wasserhygiene.at

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