Neues Volksblatt: "Sicherheitsfrage" (von Heinz Wernitznig)

Ausgabe vom 8. September 2017

Linz (OTS) - Auch wenn der Angriff auf den Bürgermeister von Dimbach am Mittwoch dank des couragierten Eingreifens seines Amtsleiters letztlich glimpflich ausgegangen ist, wäre es falsch, nach dieser Attacke zur Tagesordnung überzugehen. Die Verantwortlichen müssen sich darüber den Kopf zerbrechen, wie man die Ortschefs und die Mitarbeiter in den oberösterreichischen Gemeindeämtern besser schützen kann, ohne dass dabei die Bürgernähe auf der Strecke bleibt. Sicherheitsschleusen wie vor Gerichten wird es nicht spielen, hat Gemeindebundpräsident Johann Hingsamer gegenüber dem VOLKSBLATT bereits klargestellt. Der direkte Weg zum Bürgermeisterzimmer könnte hingegen aber bald Geschichte sein.
Tätliche Angriffe auf Kommunalpolitiker passieren zum Glück selten, vielmehr sind Ortschefs Adressaten anonymer Schreiben, in denen Gemeindebürger, die sich ungerecht behandelt fühlen, ihrem Ärger freien Lauf lassen. Vor allem Bauverhandlungen bzw. Grundstücksstreitigkeiten bergen viel Konfliktpotenzial.
All dies macht es nicht einfacher, Personen zu finden, die vor allem in kleinen Kommunen für ein bescheidenes Salär bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Denn ein Bürgermeister muss die Gesetze vollziehen und damit auch unangenehme Entscheidungen treffen. 100-prozentige Sicherheit wird es nicht geben, aber nun ist Nachdenken unter Beiziehung von Experten gefragt.

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