NEOS: Herr Kurz, die 50er Jahre haben angerufen, sie wollen ihr Frauenbild zurück

Claudia Gamon: „Das ÖVP-Frauenprogramm zementiert das konservative Familienbild ein, anstatt Frauen in ihrem selbstbestimmten Leben zu unterstützen.“

Wien (OTS) - „Dass Kurz nun beim ÖVP-Frauenprogramm nachbessern muss, zeigt, wie wenig dieses von Anfang an durchdacht war“, regiert NEOS-Frauensprecherin Claudia Gamon auf den Vorschlag des ÖVP-Chefs, dass geschiedene Väter den ÖVP-Familiensteuerbonus an die Mütter weitergeben sollen. „Diese Nachjustierung zeigt nur einmal mehr, dass die neue ÖVP beim Thema Familie sehr alt und konservativ unterwegs ist: Der Steuerbonus – inklusive Extraregel für Alleinerzieherinnen – zementiert das konservative Frauen- und Familienbild ein, in dem Frauen allein für die Kindererziehung zuständig und finanziell vollkommen vom Partner abhängig sind. Dass ein Vater und eine Mutter nicht verheiratet sein könnten oder sich gar Väter um die Kinder kümmern, scheint in Sebastian Kurz' Weltbild überhaupt nicht vorzukommen.“

„Ideen, wie es Frauen ermöglicht werden kann, selbst für sich zu sorgen und unabhängig von Partner und Staat ein selbstbestimmtes Leben zu führen, finden sich im ÖVP-Programm nicht, dafür aber Illustrationen von Babyflaschen, Lippenstiften und aus Gründen, die nur die ÖVP kennt, Gurken,“ so Gamon, „Weder Väterkarenz noch Kinderbetreuungsplätze oder Frauenpensionsalter scheinen für die ÖVP wichtig genug zu sein, um ins Wahlprogramm aufgenommen zu werden. Dabei wären genau das die Hebel, um das Leben von Frauen in Österreich zu verbessern und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Gerade in ländlichen Gebieten erschwert der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen Frauen die Berufstätigkeit; das niedrige Frauenpensionsalter birgt die Gefahr von Altersarmut. Auf der anderen Seite tut die ÖVP auch nichts, um alleinerziehend Väter zu unterstützen“, zeigt Gamon auf. „Bei der Lektüre der zwei Absätze, die die ÖVP ‚Frauenprogramm‘ nennt, zeigt sich eigentlich nur eines: wo ‚neue ÖVP’ draufsteht, ist eine sehr alte und konservative ÖVP drin.“

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