Grüne Wirtschaft: Ausbildungspflicht – Lehrlingsausbildung modernisieren

Ausbildungsplätze schaffen und kleine Unternehmen entlasten

Wien (OTS) - Jedes Jahr fangen um rund 16 Prozent weniger junge Menschen eine Lehre an. Jährlich verabschieden sich rund 1500 Betriebe aus der Lehrlingsausbildung.

Seit heurigem Herbst ist die Ausbildungspflicht in Kraft. Die Bundesregierung hat es jedoch verabsäumt die Berufsausbildung zu modernisieren, um die Lehrlingsausbildung für junge Menschen und für die Betriebe attraktiver zu machen.

Ausbildungsverbünde und Kompetenzzentren gegen Fachkräftemangel

Für kleine Unternehmen und EPUs ist es kaum möglich den finanziellen, personellen und zeitlichen  Anforderungen zu entsprechen, daher konzentriert sich die Lehrlingsausbildung zunehmend auf Großbetriebe. Während in der Lehrlingsausbildung engagierte, kleinere Betriebe oft von BewerberInnen nicht mehr wahrgenommen werden.

Die Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth, schlägt zur organisatorischen Entlastung der Betriebe die Einführung von Kompetenzzentren vor. Diese sollen die bisherigen Aufgaben der Berufsschule übernehmen und erweitern. „Bei diesen 'Regionalen Ausbildungsplattformen' (RAP) könnten sich junge Leute melden, wenn sie eine Ausbildung machen wollen oder Beratung brauchen. Ebenso könnten dort Betriebe ihre Ausbildungsplätze anbieten. Das Kompetenzzentrum koordiniert alles, auch den Lehrvertrag mit den Jugendlichen. So könnte man in der Ausbildung zwischen Betrieben rochieren.“

Ausbildungskosten solidarisch tragen

Während die Schulausbildung zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanziert wird, tragen die Kosten für die Lehrlingsausbildung zum überwiegenden Teil die Unternehmen. Gerade für kleine, oft spezialisierte Betriebe sind teils horrende Kosten und unnötig komplizierte Bürokratie ein Hindernis, Lehrplätze anzubieten. „Das führt zu einem Mangel an Ausbildungsplätzen und in der Folge zu einem Mangel an Fachkräften“, so Jungwirth. Die Lösung für die Grüne Wirtschaft: eine zentralisierte Finanzierung.

Zusätzlich zu den öffentlichen Mitteln sollen alle Dienstgeber-Betriebe in einen neu zu schaffenden Lehrlingsfonds einzahlen, unabhängig davon, ob das Unternehmen Lehrlinge ausbildet. Der Anreiz für KMUs und EPUs wäre damit größer, selbst auch Ausbildungsplätze anzubieten. Die Ausbildungskosten sollen im Gegenzug nämlich ausschließlich aus dem Fonds finanziert werden.

Eine Ausbildungsentschädigung für Alle. Das ist gerecht.

Auch die Ausbildungsentschädigung an die Jugendlichen würde laut dem Modell aus dem Fonds bezahlt. Alle Lehrlinge sollen während ihrer Ausbildungszeit je nach Lehrjahren einen einheitlichen Betrag erhalten. Das führt zu Gleichstellung von Mann und Frau und somit zu mehr Gerechtigkeit, so Jungwirth. „Im Sinne der Gleichstellung der Geschlechter sind unterschiedliche Ausbildungsentschädigungen nicht tragbar.“

Zum Konzept „Regionale Ausbildungsplattformen“: http://www.gruenewirtschaft.at/site/article_detail.siteswift?so=site_article_detail&do=site_article_detail&c=sendfile&d=article%3A603%3Abin1

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