Neues Volksblatt: "Kurz-Linie" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 5. September 2017

Linz (OTS) - Das TV-Duell zwischen der deutschen Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz war sehenswert — zumindest wenn man an Politik und nicht an Inszenierung interessiert ist. Da waren keine Populisten am Werk, sondern eine Politikerin und ein Politiker, die vernünftig miteinander umgegangen sind und versucht haben, Themen sachlich zu behandeln. Natürlich ging es dabei auch um heikle Fragen wie die Türkei-Problematik, die Migrationskrise und das schwierige Verhältnis zu den USA unter Präsident Trump. Aber auch diese Themen wurden nicht marktschreierisch abgehandelt, sondern unaufgeregt.
Das deutsche TV-Duell dürfte wohl auch dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz ein Gefühl der Genugtuung geben. Denn einmal mehr hat sich eine seiner Ideen, für die er zu Beginn noch gescholten worden war, durchgesetzt. So haben sich angesichts der Provokationen vonseiten des türkischen Präsidenten Erdogan sowohl Merkel als auch Schulz für einen härteren Kurs gegenüber Ankara ausgesprochen — eine Position, die Kurz schon seit Langem vertritt. Damit wiederholt sich, was bei der Diskussion um die Schließung der Balkan- und danach der Mittelmeerroute abgelaufen ist. Beides hat Kurz gefordert und ist dafür geprügelt worden (Stichwort Vollholler). Letztlich haben sich sukzessive andere Staatschefs seiner Linie angeschlossen. Ein inzwischen bekanntes Muster.

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