Kindergesundheit hätte längst ausgebaut werden müssen

Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept, denn "Wahlzuckerl" allein sind viel zu wenig

St. Pölten (OTS) - „Selbstverständlich brauchen wir einen Ausbau der Kindergesundheit, also eines medizinischen Präventionsplans für unsere Jüngsten“, ist die Allgemeinmedizinerin und Landtagsabgeordnete (Liste Frank) Dr. Gabriele Von Gimborn, MPH, überzeugt. „Es ist nur sehr traurig, dass die SPÖ traditionell in Vorwahlzeiten mit Plänen aufwartet, deren sinnvolle Umsetzung dann nach der Wahl auf sich warten lässt. Die Gratis-Zahnspange war sicherlich ein guter Gedanke, jedoch war die Umsetzung miserabel. Ähnliches droht auch bei der Mundhygiene, die selbstverständlich wichtig ist, jedoch für die angedachte Altersgruppe viel zu spät kommt. Und vor allem: Das sind nur Einzelmaßnahmen.“

Dr. Von Gimborn plädiert seit Jahren für die Einführung eines Gesamtkonzepts, beginnend mit der Renovierung des Mutter-Kind-Passes. „Der Mutter-Kind-Pass ist ein sehr gutes Instrument zur Vorsorge, sollte jedoch auch um Ernährungs-, Bewegungs- und Impfberatung sowie um die notwendigen Themen aus dem Bereich der Zahnheilkunde erweitert werden. Und zwar schon deutlich unter zwölf Jahren, wie es von der Bundesministerin angedacht wird.“ Große Lücken ortet Dr. Von Gimborn in der Schule. „Mehr verpflichtende Bewegung sollte eigentlich längst eine Selbstverständlichkeit sein.“ Aus ihrer Sicht müssen Gesundheitserziehung, Ernährungserziehung, Zahnerziehung und Suchtprävention in den Unterricht eingebaut werden.

Die Funktion des Schularztes muss überarbeitet werden

Unter Anderem zu diesem Zweck ist aus Sicht von Dr. Von Gimborn die Funktion des Schularztes zu überarbeiten. “Derzeit besteht keine koordinierte umfassende Datenerfassung über die gesundheitlichen Belange unserer Schulkinder. Eine anonyme, bundesweit standardisierte Datenerhebung sollte längst verpflichtend sein. Für eine effiziente Prävention ist es weiters unumgänglich, die Eltern in die Programme einzubauen“, ist Dr. Von Gimborn überzeugt. „Chronisch kranke Kinder bedürfen einer speziellen Betreuung in der Schule, inklusive einer rechtlichen Absicherung für Lehrer und sonstige Betreuungspersonen.“

Wer sich für Kindergesundheit stark macht, der sorgt laut Dr. Von Gimborn dafür, dass die bestehenden Defizite im Bereich Kinderhospiz, Kinderrehabilitation und Kinder- bzw. Jugendpsychatrie mit einer Erhöhung des Betreuungsangebots und dem Wegfall finanzieller Schranken begegnet wird. „Grundlage für gesunde Bürger und ein finanziell schlankes System ist jedoch die Gesundheitskompetenz. Der Staat hat daher auch die Aufgabe, über Vorsorge, Krankheiten und vor allem über die Aufgaben der verschiedenen Systemebenen im Gesundheitssystem aufzuklären. Und das beginnt idealerweise auch schon im Kindesalter.“

 

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