Schlechtes Zeugnis für Kinderbetreuung in Oberösterreich: Zu wenige Betreuungsplätze für Kinder berufstätiger Eltern

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat einen Gesamtüberblick zur Betreuungssituation aller Kinder bis 14 Jahre erstellt. Das Ergebnis ist wenig erfreulich, vor allem im Bundesländervergleich: Ein glattes „Nicht Genügend“ gibt es bei den Unter-Dreijährigen – der Mangel an Betreuungsplätzen für die Kleinsten macht berufstätigen Eltern das Leben besonders schwer. Bei den älteren Kindern und bei den Schulkindern schaut es nur wenig besser aus. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Das Land muss endlich Geld in die Hand nehmen und in ausreichende und qualitätsvolle Kinderbetreuungsangebote investieren.“

 

Im Bundesländervergleich bekommt Oberösterreich bei der Kinderbetreuung kein gutes Zeugnis ausgestellt: Oberösterreich hinkt weiterhin hinterher – vor allem, was das Angebot an Betreuungsplätzen betrifft, das beiden Elternteilen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. Daran hat auch der vom Land Oberösterreich so bejubelte Ausbau der Krabbelstuben und Kindergärten wenig geändert.

Es fehlt nach wie vor an Betreuungsplätzen, die die sogenannten VIF-Kriterien (Kriterien für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie) erfüllen: mindestens 45 Stunden pro Woche geöffnet, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. „Diese Voraussetzungen sind vor allem für Mütter und Väter wichtig, die in zeitlich hoch flexiblen Branchen arbeiten – wie im Handel oder in der Pflege. Sie brauchen für ihre Kinder Betreuungsplätze in Einrichtungen, die nicht schon mittags zusperren“, so AK-Präsident Kalliauer.

 

Den größten Aufholbedarf hat Oberösterreich bei der Betreuungsquote der Unter-Dreijährigen. Hier liegt unser Bundesland an unrühmlicher achter Stelle. Bei der Betreuung der Drei- bis Fünfjährigen belegt Oberösterreich den fünften Rang. Und was die Betreuung aller Sechs- bis 14-Jährigen Kinder in Ganztagsschulen und Horten betrifft, landet unser Bundesland ebenfalls nur an fünfter Stelle.

 

AK-Präsident Johann Kalliauer fordert eine Reihe von Maßnahmen, die die Betreuungssituation von Kindern berufstätiger Eltern rasch verbessern sollen:

  • Ausbau der Krabbelstuben- und Kindergartenplätze, die alle Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfüllen.
  • Ausbau der Ganztagsschulen – alle Eltern müssen die Wahlfreiheit haben. Die „echte“ Ganztagsschule mit abwechselnden Unterrichts-, Freizeit- und Lernphasen soll an allen Schulstandorten oder in zumutbarer Entfernung angeboten werden. Das Land Oberösterreich muss die Gemeinden bei der Umsetzung tatkräftig unterstützen. Bereits bestehende Hort-Angebote sollen in die neuen Ganztagsschulen eingebunden werden.

Die Gesamt-Auswertung zur Kinderbetreuungssituation im Bundesländervergleich durch die AK OÖ finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at

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