„Orientierung“ am 3. September: Gelebte Nächstenliebe – Pater Pedro und die „Müllmenschen“

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 3. September 2017, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Gelebte Nächstenliebe: Pater Pedro und die „Müllmenschen“

Als „Garten Eden“ wird Madagaskar in Reiseführern gerne beschrieben. Doch die Lebensumstände sind für die wenigsten Einwohner des tropischen Inselstaates tatsächlich paradiesisch: Mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Ein Umstand, den Pater Pedro Opeka – gebürtiger Argentinier mit slowenischen Wurzeln – Anfang der 1990er Jahre ändern wollte. Und so entstand auf Initiative des Lazaristenpaters, rund zehn Kilometer außerhalb der Hauptstadt Antananarivo, das Zentrum Akamasoa, was auf Deutsch „Gute Freunde“ bedeutet. Auf dem Gelände der Mülldeponie entstanden Siedlungszentren für jene Familien, die umgangssprachlich als „Müllmenschen“ bezeichnet werden. Dank großzügiger Spenden, von denen ein erheblicher Teil aus Österreich kommt, konnten die Projekte von Pater Pedro in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter ausgebaut werden. Ein Bericht von Mirko Bogataj.

Little Flower: Hilfe für ehemalige „Kolonie der Aussätzigen“

In der nordindischen Provinz Bihar, einer der ärmsten und am dichtesten besiedelten Regionen Indiens, liegt das kleine Dorf Sunderpur. Vor rund 40 Jahren hat hier, an der Grenze zu Nepal, ein Ordensbruder der „Missionare der Nächstenliebe“ die Leprakolonie „Little Flower“ gegründet, um jenen zu helfen, die aufgrund ihrer Erkrankung aus der Gesellschaft ausgestoßen waren. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Projekt „Little Flower“ von Anfang an aus Österreich, wo bereits in den frühen 1980er Jahren der Verein „Little Flower Österreich“ ins Leben gerufen wurde. Aus dem einstigen Dorf der Aussätzigen wurde eine Erfolgsgeschichte: Im örtlichen Krankenhaus werden heute 140 Patienten stationär und mehr als 600 Leprakranke ambulant behandelt. In der jüngsten Generation im Dorf, den Enkeln der ersten Bewohnerinnen und Bewohnern von „Little Flower“, gibt es heute keine Leprafälle mehr. Mit finanzieller Unterstützung von „Little Flower Österreich“ werden nach einem bereits fertiggestellten Lehrerwohnhaus derzeit neue Wohnhäuser für bedürftige Familien sowie ein neues Schulgebäude in Sunderpur errichtet. Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen im Dorf eine möglichst gute Schulbildung zu bieten. Durch Beschäftigungsprojekte wie die Einrichtung einer Weberei für Seidenschals wurde auch die hohe Arbeitslosenrate erfolgreich bekämpft. Lepra, so scheint es, wird in Sunderpur bald der Geschichte angehören, und die junge Generation aus der einstigen „Kolonie der Aussätzigen“ hat jedenfalls bessere Zukunftschancen als viele junge Menschen außerhalb des Dorfes. Ein Bericht: Gernot Stadler.

DR Kongo: Kluge Unterstützung für Straßenkinder

In Lubumbashi, der Provinzhauptstadt im Süden der Demokratischen Republik Kongo, haben Salesianer Don Boscos ein großes Rettungsnetz für Straßenkinder aufgespannt. Die „Oeuvres de Maman Marguerite“ („Werke der Mutter Margarita“) tragen den Namen der Mutter des Ordensgründers, Don Giovanni Bosco. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlassen Hunderte Kinder – vor allem Burschen, aber auch Mädchen – ihre Familien. Vielen von ihnen wird vorgeworfen, sie wären böse Zauberer oder Hexen, bevor man sie aus dem Haus wirft. Aber wer im Erstaufnahmezentrum „Bakanja Ville“ anklopft, hat gute Chancen, in andere Häuser der „Oeuvres“ weitergeleitet zu werden, und damit der Straße und ihren Gefahren zu entkommen, die Grundschule abzuschließen und einen Beruf zu erlernen. Die Sozialarbeiter und -arbeiterinnen greifen in dem, was sie tun, auf reiche Erfahrung zurück. Oberstes Ziel ist es, die Kinder in ihre Familien zurückzubringen. Aus „Straßenkindern“ sollen wieder „Familienkinder“ werden. Ein Bericht von Christian Rathner.

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