Pille ohne Pause – Zwei Studien bestätigen positive Wirkungen

Die meisten Frauen leiden an ihrer Menstruation. Studienautoren: Kontinuierliche Pilleneinnahme ermöglicht Selbstbestimmung über Zyklus und erhöht Verhütungs-Wirksamkeit.

Wien (OTS) - Eine aktuelle Befragung von über 5.700 Frauen aus zwölf europäischen Ländern ("Women's preferences for menstrual bleeding frequency“) bestätigt nun, was längst allgemein bekannt war: die meisten Frauen leiden körperlich und psychisch unter Menstruationsbeschwerden. Die Menstruation beeinträchtigt ihr Sexualleben, ihr soziales Leben, Arbeit und Sport. Deshalb wünschen sich 57% der Frauen weniger oft eine Monatsblutung.

Langzyklus erhöht Wohlbefinden

“Die sinnvollste Behandlung von Regelbeschwerden ist die Vermeidung der Menstruation. Dies können Frauen mit der kontinuierlichen Anwendung der Pille, des Verhütungsrings oder Pflaster im sog. Langzyklus selbst erreichen. Frauen leiden damit statistisch signifikant weniger oft unter Kopf- und Bauchschmerzen und erleben mehr Wohlbefinden als Frauen unter normalem Einnahmeschema mit künstlicher monatlicher Entzugs-Blutung”, erklärt der Mitautor der Studie und Gynäkologe DDr. Christian Fiala.

Monatsblutung bei Pille keine medizinische Notwendigkeit

Frauen, die mit Pille, Ring oder Pflaster verhüten, hätten eigentlich keine natürliche Monatsblutung. Diese wird vielmehr durch eine einwöchige Einnahme-Pause jeden Monat künstlich ausgelöst. Der Grund für die Blutung ist aber nicht eine biologische Notwendigkeit. Vielmehr wurde die künstliche und unnötige Monatsblutung von den Erfindern der Pille in den 60er Jahren lediglich aus Marketingüberlegungen eingeführt. Frauen sollte die Illusion eines ‚natürlichen’ Zyklus geben werden, um die Akzeptanz der Pille zu erhöhen. Und der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sollte die Zulassung erleichtert werden. Dafür wurde auch eine geringere Wirksamkeit in Kauf genommen. “Nun, mehr als 60 Jahre später, wäre es Zeit, diesen historischen Irrtum zu korrigieren und Frauen über Ihre Möglichkeiten ehrlich zu informieren”, so der Gynäkologe.

Besserer Schutz vor ungewollten Schwangerschaft

Aber es geht Frauen im pausenfreien Langzyklus nicht nur besser: sie sind auch wirksamer vor ungewollten Schwangerschaften geschützt. Das zeigt eine weitere aktuelle Studie, an der das Wiener Gynmed Ambulatorium ebenfalls führend teilnahm. Einerseits sind Einnahmefehler seltener, andererseits führen diese nicht gleich zu einer Schwangerschaft, sodass die Wirksamkeit deutlich höher ist. „Aus medizinischer Sicht ist der Langzyklus am sinnvollsten. Er ist sicher und führt nach Absetzen der Pille rasch zu normalen Zyklen“, so Fiala weiter. „Die Zulassungsbehörden sollten jetzt Frauen über die reduzierte Wirksamkeit hormoneller Verhütung bei einer monatlichen Einnahmepause informieren.“

Neue Pille macht´s möglich

Bereits seit 2003 gibt es in den USA eine Pille für drei Monate, welche 2015 auch in Österreich und anderen europäischen Ländern eingeführt wurde. „Mehr als 50 Jahre nach der Einführung der Pille bekommen Frauen mit den hormonellen Verhütungs-Methoden endlich die Möglichkeit, über ihren Zyklus selbst zu bestimmen“, so Fiala abschließend.

Studien:
Women's preferences for menstrual bleeding frequency in 12 European countries: the Inconvenience Due to Women's Monthly Bleeding (ISY) survey. Fiala C, Chabbert-Buffet N, Häusler G, Jamin C, Lete I, Lobo P, Nappi RE, Pintiaux A Eur J Contracept Reprod Health Care. 2017 Jun 26:1-6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28650776
Missed pills: frequency, reasons, consequences and solutions. Chabbert-Buffet N, Jamin C, Lete I, Lobo P, Nappi RE, Pintiaux A, Häusler G, Fiala C. Eur J Contracept Reprod Health Care. 2017 Jun;22(3):165-169.
http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13625187.2017.1295437

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