SGKK begrüßt Reformvorschläge der LSE-Studie

Leistungen vereinheitlichen – faire Mittelverteilung

Salzburg (OTS) - „Da die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge österreichweit gleich geregelt ist, haben die Versicherten ein Recht auf einheitliche Leistungen. Die Vorschläge zur Leistungsvereinheitlichung in der LSE-Studie sind sinnvoll. Wir als SGKK arbeiten schon jetzt federführend an der Umsetzung einheitlicher Leistungen mit. Die ersten elf vereinheitlichten Leistungen treten mit 1. Oktober in Kraft“, erklärt SGKK-Obmann Andreas Huss anlässlich der Präsentation der Studie der London School of Economics (LSE) zu Reformen im österreichischen Sozialversicherungssystem.

Position der SGKK ist aber, dass es bei einer Leistungsharmonisierung zu keinen Verschlechterungen für Versicherte kommen soll. Innerhalb der Krankenversicherung braucht es dafür einen verstärkten Risikostrukturausgleich. Manche Krankenversicherungen haben mehr finanzielle Spielräume, weil sie aufgrund von guten regionalen Wirtschaftsdaten mehr Einnahmen haben. Andere Krankenversicherungen versichern Menschen, die durchschnittlich weniger Krankenbehandlung benötigen und damit weniger Kosten verursachen.

„Die Sozialversicherungsbeiträge müssen fair verteilt werden. Auf der einen Seite haben Krankenversicherungen, die keine Arbeitslosen und keine Mindestsicherungsbezieher betreuen, niedrigere Kosten. Auf der anderen Seite haben Träger in wirtschaftlich starken Regionen bessere Einnahmen. Am Ausbau eines Risiko-Strukturausgleichs wollen wir als SGKK aktiv mitarbeiten, damit wir für alle Versicherten einheitliche Leistungen finanzieren zu können“, skizziert Obmann Huss die Zielsetzung der SGKK. Der bereits existierende Ausgleichsfonds für Strukturunterschiede gilt derzeit nur für die Gebietskrankenkassen.

Ebenso einheitlich wie die Leistungen sollen aus Sicht der SGKK die Selbstbehalte sein. „In Österreich wird bereits ein Viertel der Gesundheitsausgaben laut OECD Daten privat aufgebracht. Wir brauchen deshalb keine Erhöhung von Selbstbehalten, sondern eher eine Reduktion, und das auf österreichweit einheitlichem Niveau bei allen Leistungen“, skizziert Obmann Huss die Position der SGKK.

Das Salzburger Gesundheitssystem steht grundsätzlich sehr gut da – auch weil nötige Maßnahmen z.B. zur Sicherung der ärztlichen Versorgung schon vor Jahren eingeleitet wurden. Pilotcharakter hat die Lehrpraxis, die es bisher nur in Salzburg gibt. Regional waren viele innovative Entwicklungen mit den Partnern Land und Ärzteschaft möglich.

Eines der zentralen Probleme im Gesundheitssystem, das auch in der LSE-Studie zentrales Thema ist, war immer die getrennte Steuerung von Krankenhäusern und niedergelassener Gesundheitsversorgung. Diese führte zu ineffizienten Doppelgleisigkeiten.

„In Salzburg arbeiten wir mit dem Land gemeinsam daran, das zu beenden und Gesundheitsversorgung gemeinsam im Interesse der Patienten zu planen. Natürlich kann man eingespielte Systeme nicht über Nacht ändern, aber wir sind auf einem guten Weg. Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt Reformen gemeinsam umzusetzen. Kranke brauchen Sicherheit und keine ad-hoc Systemumstürze“, erklärt Obmann Huss.

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