WKÖ zu Integrationsbericht 2017: Viel erreicht, rasche Arbeitsmarktintegration notwendig

Gleitsmann: Arbeitsmarktintegration sollte Vorrang vor Transfer von Sozialleistungen haben

Wien (OTS) - Mit dem Integrations- (IntG) und dem Integrationsjahrgesetz (IJG) wurden im vergangenen Jahr wichtige Schritte für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in Österreich gesetzt. „Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und die integrationsunterstützenden Maßnahmen möglichst rasch und effektiv umzusetzen“, so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, anlässlich der heutigen Präsentation des Integrationsberichts 2017.

Gleitsmann begrüßt, dass das Erlernen der deutschen Sprache sowie grundlegender Kenntnisse unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung als Schlüsselfaktoren gesehen werden und die Einbeziehung von Asylwerbern mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit in Arbeitsmarktintegrationsmaßnahmen durch das IJG gewährleistet ist. Weiters wurde durch die Verankerung des Prinzips „Fördern und Fordern“ - einerseits werden Integrationsmaßnahmen angeboten, gleichzeitig aber der Verstoß gegen die damit verbundenen Mitwirkungspflichten sanktioniert – ein langjähriger Vorschlag der WKÖ umgesetzt.

Gelungene Eingliederung in Arbeitsmarkt ermöglicht selbstbestimmtes Leben & entlastet Staatshaushalt

Der heute vorgelegte Bericht definiert unter anderem auch den Einstieg in den Arbeitsmarkt als zentralen Eckpunkt erfolgreicher Integrationspolitik. „Arbeitsmarktintegration sollte daher Vorrang vor dem Transfer von Sozialleistungen haben, denn eine gelungene Eingliederung in den Arbeitsmarkt ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und entlastet den Staatshaushalt. Die positiven makroökonomischen Effekte sind umso größer, je früher Arbeitsmarktintegration ansetzt.“

Internationaler Vergleich zeigt positive Auswirkungen einer frühzeitigen Integration

Die Sozialpartner setzen sich für den Arbeitsmarktzugang für Asylwerber nach sechs Monaten ab Asylantragstellung, sowie den Zugang zu Lehrstellen in allen Berufen für jugendliche Asylwerber mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit ein. Auch die OECD betont, dass frühzeitig einsetzende Integrationsmaßnahmen der Schlüsselfaktor für eine gute Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sind, wobei es vor allem um Deutschkenntnisse auf zumindest B1-Niveau (leicht fortgeschritten), Fragen der Anerkennung von Qualifikationen sowie einen raschen Zugang zum Arbeitsmarkt bereits während des Asylverfahrens geht. Länder, die frühzeitig und umfassend in Integrationsmaßnahmen investieren, wie die skandinavischen Länder und mittlerweile auch Deutschland, verzeichnen einen deutlich besseren Integrationserfolg. (PWK650/PM)

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Dr. Martin Gleitsmann
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