Neues Volksblatt: "Blanke Nerven" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. August

Linz (OTS) - Was die SPÖ nun schon täglich mantraartig wiederholt — nämlich ihre Kritik am Schweigen des Sebastian Kurz —, sollte sie vielleicht für sich selbst auch in Betracht ziehen. Andererseits erfährt man so, wie der rote Schelm wirklich ist — nämlich, um es vorsichtig auszudrücken, uncharmant. Die von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler in einer Aussendung öffentlich geäußerte Frage, welche politischen Konzepte eine Miss Burgenland, eine Ex-Miss-Austria oder eine Weinkönigin einbringen können, sagt über das Frauenbild des Parteimanagers einiges aus. Missen haben offenbar, so der Subtext dieser rhetorischen Frage, nichts im Kopf. Würde sich umgekehrt jemand in dieser Tonalität über SPÖ-Kandidatinnen äußern, wäre ein Aufschrei über diese ungeheuerliche Frauenfeindlichkeit so sicher wie das Amen im Gebet. Wenn die SPÖ schon behauptet, anders als die ÖVP mit Konzepten aufwarten zu können, stellt sich die Frage, warum sie dann gegenüber den Kandidatinnen und Kandidaten der ÖVP verbal so ausfällig wird. Offenbar ist man vom Kampfruf „Holt euch, was euch zusteht“ schon so emotionalisiert, dass man die (hoffentlich) gute Kinderstube vergisst. Wenn die SPÖ glaubt, nur mit Aggressivität gegen politische Mitbewerber die eigene Klientel mobilisieren zu können, lässt das für den Wahlkampf noch einiges erwarten. Andererseits verrät es, wie blank die Nerven bei der Kanzlerpartei liegen.

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