Ein Kunstwerk für Karel Schwarzenberg, dancer

Stefan Glettler mit Karel Schwarzenberg und dem Kunstwerk

Murau (OTS) - Ab Windstärke 4 wird das mächtige, kegelförmige Objekt wahrscheinlich in Schwingung versetzt. Und das bedeutet keinesfalls, dass dieses plastische und rund 330 Kilogramm schwere Portrait von Karel Schwarzenberg zu wackeln oder zu rütteln beginnt, vielmehr tanzt es harmonisch geschlossen in einer ovalen Kurve, elliptisch bewegt es sich so standhaft ausgewogen und enorm präsent.

Präsenz und das Halten des Gleichwichts waren auch die Kern-Notizen, die sich der in Graz geborene und in Wien lebende Künstler Stefan Glettler ursprünglich im Schöpfungsplan zum Werk notierte. Denn diese Auftragsarbeit der Stadt Murau sollte kein monumentales Denkmal für den Europa-Politiker und Ehrenbürger der Stadt darstellen, eher eine Energieverbündelung eines farbenprächtigen universellen Geistes im Körper der Kunst.

Herausgekommen ist „Karel Schwarzenberg, dancer“ – ein avantgardistischer 3D-Murauer, trittsicher und wetterfest. Stefan Glettler hat dem „dancer“ ein polychromes, pixelhaftes Kleid angezogen, technisch exzessiv zusammengeschneidert und zwar aus über 7000 kleinen textilen Bildzellen, die in ihrer Gesamtheit das Couleur der Oberfläche regelrecht zum Leuchten bringen. Zugleich eine Metapher in Anlehnung an unzählige Stoff-Muster die sich im Kleidungsstil Karl Schwarzenbergs wiederfinden: Schottenkaro, Nadelstreif, Paisley, Vichy, Polka-Dots und Hahnentritt. In Anbetracht dieser enormen Vielfalt ist die Wahrnehmung des Betrachters, programmiert wandelbar. Eine Art raffinierter dreidimensionalen Rohrschachtest.

Josef Friedrich Schmidt, der Erfinder von Mensch-ärgere-Dich-Nicht, würde darin einen seiner Spielkegel in überdimensionaler Größe erkennen, Steven Spielberg den Golem von Fritz lang neu auflegen, für die NSA wahrscheinlich eine raffiniert getarnte Spionage-Matroschka der Russen und Ermengildo Zegna hätte eine wahre Freude sein eigenes Schaffen darin zu sehen. Oberfläche ist die neue Tiefe.

Stefan Glettler hat ein wuchtiges Portrait geschaffen, kein Monument, eher eine plastische Bewusstseins-Inkarnation, eine leuchtende Eintrichterung, die das ewige Weiterleben Karel Schwarzenbergs garantiert: Als farbenprächtiger universeller Weltgeist, als Wächter über Murau.

Dafür hat man Platz geschaffen. In der Murauer Schwarzenbergstraße, dort, wo der Blick zu Schwarzenbergs Schloss gegeben ist und einst das Salzburger Tor stand. Dort wacht er ab sofort am Karel Johannes Nepomuk Norbert Friedrich Antonius Wratislaw Mena-Platz. Die Verbeugung vor einem großen Schwarzenberg.

Zum Künstler:

1980 in Graz, Steiermark geboren
2000-05 Studium der Malerei und der Grafik an der Akademie der bildenden Künste, Wien
2005 Diplom bei Walter Obholzer
Lebt und arbeitet in Wien und in der Steiermark.

www.stefanglettler.at

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Details zu 400 Jahre Schwarzenberg
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