Neues Volksblatt: "Der Futtertrog" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. August

Linz (OTS) - Sie geben vor, dass ihnen nichts sonst am Herzen liegt als das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Wer sich diesem hehren Ziel verschrieben hat, muss auch einmal Ballast abwerfen — etwa das Parteihemd wechseln, wie das gerade die Polit-Chamäleons vorleben. Wenn schon Konrad Adenauer sein Geschwätz von gestern nicht interessierte, dann wird ja wohl einen hiesigen Nationalratsabgeordneten seine bisherige Parteizugehörigkeit auch einen feuchten Kehricht kümmern dürfen. Man ist ja schließlich sich selbst und seinem unbeugsamen Einsatz für — ja genau, das Wohl der Bürgerinnen und Bürger — verpflichtet und nicht irgendwelchen verzopften Ideologien, auch wenn man ihnen gestern noch begeistert anhing.
Was diese Apologeten der politischen Ehrlichkeit vergessen: Sie erweisen mit ihrem Verhalten der Politik keinen guten Dienst. Denn sie nähren das Vorurteil, gegen das Politiker ohnehin ankämpfen — dass es ihnen nämlich nur um einen Platz am Futtertrog geht. Wobei man gar nicht weiß, für wen das Fremdschämen mehr angebracht ist: Für Typen wie Robert Lugar, dessen politische Wechseljahre endlos scheinen, oder FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dem zu Lugar einmal etwas von Unterhosen und so eingefallen ist. Eigentlich müssen sich durch solche Vorgänge jene verar... vorkommen, die in guten wie in schlechten Zeiten zu ihrer Gesinnungsgemeinschaft stehen.

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