Ärztekammer warnt vor Engpässen bei Schilddrüsenuntersuchungen

Bis zu einem Jahr Wartezeit auf Szintigrafie in Krankenanstalten – Steinhart: „Nuklearmedizin im niedergelassenen Bereich muss auf Krankenschein möglich sein“

Wien (OTS) - Etwa jeder dritte Erwachsene hat Knoten in der Schilddrüse. Hinweise, ob diese bösartig oder gutartig sind, gibt eine Szintigrafie. Doch die Wartezeiten darauf können in Wien zwischen sechs Monaten und einem Jahr betragen, warnt der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart: „Die Krankenkasse hat hier jahrelang weggesehen, während die Patienten in die Privatmedizin flüchten mussten. Nuklearmedizin im niedergelassenen Bereich muss daher endlich auf Krankenschein möglich sein.“ ****

Nuklearmediziner mit Kassenpraxis gibt es in Wien nicht. Dabei könnte angesichts der großen Zahl an Patienten ein großer Teil der Vordiagnostik außerhalb der Spitäler durchgeführt werden. „Ständig wird von der Stärkung des niedergelassenen Bereichs gesprochen, doch stattdessen drängt die Wiener Gebietskrankenkasse ihre Versicherten in überfüllte Krankenhäuser oder lässt sie selbst privat zahlen“, kritisiert Steinhart, der von Kosten von ungefähr 160 Euro für die Betroffenen berichtet.

Die Ärztekammer fordert daher die sofortige Schaffung von Kassenplanstellen für das Fach Nuklearmedizin. „Die Patienten haben lange genug gewartet. Wien braucht den Ausbau des niedergelassenen Bereichs, und das ganz ohne Tabuthemen. Das bedingt die Aufnahme neuer Fachgebiete, wie eben die Nuklearmedizin“, so Steinhart, der davor warnt, dass sonst die Schere zwischen dem Bedarf an nuklearmedizinischer Betreuung und dem Angebot für die Versicherten immer weiter aufgehen werde. (lld)

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