Walser: Wildwuchs in der Sprachförderung beenden

Grüne fordern Übernahme von internationalen Best-Practice-Modellen

Wien (OTS) - „Wir sollten endlich darüber diskutieren, wie in unseren Bildungseinrichtungen – von den Kindergärten bis in die diversen Schultypen – Sprachförderung passiert, nämlich im Wildwuchs und das vielfach durch PädagogInnen, die kaum oder sogar keine Ausbildung haben“, erneuert der Grüne Bildungssprecher Harald Walser seine Forderung, dass wir ein Konzept dafür benötigen, wie Kinder in Alltags- und Bildungssprache zu fördern sind. 

Walser verweist auf die Forderung der Grünen, in Ballungsräumen – vor allem in Wien – das Hamburger Modell „FörMig“ (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) zu übernehmen. FörMig setzt in den Kindergärten an, bezieht die Eltern ein und arbeitet streng faktenbasiert, wonach Kinder dann auch passgenau mit einem wissenschaftlich unterstützten Konzept gefördert werden können. „Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Ausbildung aller PädagogInnen und die Umsetzung des Chancenindex, denn ‚kostenneutral’ werden wir gar nichts bekommen. Ein Chancenindex ist ebenfalls auf Kinderbetreuungseinrichtungen anzuwenden und bezieht sich auch keineswegs nur auf eine qualitativ verbesserte Sprachförderung“, führt Walser aus. 

Internationale Beispiele zeigen, dass in so genannten Brennpunktschulen, die ausreichende Ressourcen bekommen, eine Durchmischung wenigstens teilweise auch ohne Zwang erfolgt. Für Walser ist aber auch klar, dass die derzeitige Praxis, Kinder sogar in Gegenden, die im Schnitt sozial alles andere als benachteiligt sind, zu segregieren, zu hinterfragen ist: „Es ist nicht einzusehen, warum etwa im Wiener Bezirk Währing die NMS Schopenhauerstraße alle als ‚schwierig’ punzierten SchülerInnen abbekommt und sich andere nahegelegenen Schulen weitgehend abputzen. Dort, wo es wohnortnahe möglich ist, soll eine Quotierung durch ein Anreizsystem, das mit einer besseren Ausstattung von Einrichtungen erreicht werden könnte, angestrebt werden.“ 

Walser nennt an internationalen Beispielen, die sich heimische BildungspolitikerInnen genau ansehen sollten, das Erfolgsmodell der „London Challenge“, das unter anderem auch stark darauf setzt, dass Schulen untereinander kooperieren. „Nicht die Kinder müssen sich ändern, aber unser Bildungssystem muss auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Hier sind die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, und zwar nicht nur häppchenweise, indem dort und da an einem Rädchen gedreht wird, sondern in einem Gesamtprozess.“

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