Bundesheer: Kärntner wird neuer Kommandant der Gebirgskampftruppe

Österreich koordiniert europaweite Gebirgskampfausbildung; 2016 wurden 300 ausländische Soldaten aus acht Nationen im Gebirgskampf ausgebildet

Wien (OTS) - Heute, Montag, den 17. Juli, findet im Beisein von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil die Kommandoübergabe des Kommandos Gebirgskampf in der Andreas Hofer Kaserne in Absam statt. Brigadier Peter Grünwald übergibt die Leitung an Oberst des Generalstabsdienstes, Wolfgang Weichselberger.

Der gebürtige Villacher Wolfgang Weichselberger war stellvertretender Leiter der Einsatzvorbereitung im Verteidigungsministerium. Er absolvierte den Generalstabslehrgang und war unter anderem als Ausbildungsoffizier an der Militärakademie tätig. Auslandserfahrungen sammelte der ausgebildete Heeresbergführer als Kontingentskommandant und Kommandant der Joint Logistic Support Group im Kosovo.

„Unsere Gebirgstruppe zählt zu den besten der Welt. Der hohe Ausbildungsstand unserer alpinen Spezialisten ist weltweit anerkannt und geschätzt. Das Kommando Gebirgskampf ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Österreichischen Bundesheeres. Einsätze bei Lawinenkatastrophen oder Suchaktionen im Gebirge sind hier nur als Beispiele zu nennen. Auch im Ausland sind Einsätze im extremen Gelände keine Seltenheit. Ich bin überzeugt, dass Oberst Weichselberger das Kommando Gebirgskampf mit viel Engagement, verantwortungsvoll und umsichtig führen wird“, sagt Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil.  

Kommando Gebirgskampf koordiniert Ausbildung in Europa

Dem Kommando Gebirgskampf sind das Jägerbataillon 24, das Pionierbataillon 2, das Tragtierzentrum sowie das Gebirgskampfzentrum unterstellt. Die Soldatinnen und Soldaten sind die alpinen Spezialisten des Bundesheeres. Als solche führen sie u.a. internationale Aus- und Fortbildungskurse durch, wie zum Beispiel die Mountain Training Initiative (MTI).

Dabei handelt es sich um ein europäisches Programm für eine internationale Gebirgsausbildung. Die Initiative läuft im Rahmen des EU-Programms „Pooling and Sharing“, welches das Zusammenlegen und Teilen von militärischen Fähigkeiten und Geräten zum Ziel hat. Dies soll die sicherheitspolitische Zusammenarbeit innerhalb Europas fördern, etwa für lebensrettende Einsätze im alpinen Gelände.

Die Soldaten können bei dieser Kooperation unterschiedliche Ausbildungen absolvieren wie zum Beispiel die Fortbildung von Seil- und Klettertechnik, das Schießen im Gebirge, die Ausbildung mit Tragtieren sowie alle Ausbildungsschritte bis zum Heeresbergführer. Österreich nimmt hierbei eine führende Rolle ein und kann als Koordinationsstelle des Programms gesehen werden. Im Vorjahr wurden rund  2700 österreichische und 300 ausländische Soldaten aus acht Nationen (Deutschland, Bulgarien, Schweiz, Slowenien, Polen, Bulgarien, Niederlande, Rumänien) im Gebirgskampf ausgebildet.

Für den Einsatz im Gebirge sind die österreichischen Soldaten mit  spezieller Bekleidung (z.B. Polarjacke, Hochgebirgsschuh, Tourenski, Schneeschuhe) und alpintechnischer Ausrüstung (z.B. Anseilgeschirr, Seile, Karabiner und Eispickel, Lawinensuchgeräte, -sonden und -schaufeln) ausgestattet.                                                                                                                                                      

Quads, „Hägglunds“ und Haflingerpferde im Einsatz


Weiters verfügt das Kommando Gebirgskampf über Sondertransportfahrzeuge wie dem "Quad". Dieses Fahrzeug kann zwei Personen mit Ausrüstung und kleinen Lasten transportieren. Es wird mit Rad oder Raupen betrieben und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 116 km/h. In weiterer Folge werden die Gebirgsjäger auch die bewährten BV-206 "Hägglunds" erhalten. Die Lieferung der Fahrzeuge ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant.

Auch rund 50 Haflingerpferde des Tragtierzentrums Hochfilzen unterstützen die österreichischen Gebirgstruppen. Im Gegensatz zu Fahrzeugen können die Haflinger problemlos in hochalpinem Gelände und abseits von Wegen und Straßen Transportaufgaben übernehmen. Die Pferde können dabei Lasten von mehr als 100 Kilogramm tragen und pro Tag bis zu 100 Kilometer zurücklegen; Einsätze von bis zu 16 Stunden sind möglich.

  

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