Bialowieza: EU-Kommission bringt Polen vor Europäischen Gerichtshof

Greenpeace begrüßt Entscheidung und fordert Stopp der Urwald-Abholzung

Brüssel/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt die Entscheidung der Europäischen Kommission Polen vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu bringen. Der Grund dafür sind die illegalen Abholzungen im Bialowieza-Urwald, die der polnische Umweltminister Jan Szyszko im März 2016 genehmigt hat. Die Abholzungen gefährden ein Gebiet des europäischen Natura 2000-Netzwerkes, das besonders wertvolle Schutzgebiete in der Europäischen Union verbindet. Zusätzlich fordert die EU-Kommission von dem EuGH einstweilige Maßnahmen, damit die polnische Regierung die Abholzungsarbeiten sofort stoppt.

„Die Entscheidung der EU-Kommission ist ein herber Rückschlag für den polnischen Umweltminister und ein wichtiges Signal für den Schutz des Bialowieza-Waldes“, erklärt Lukas Meus, Wald-Sprecher bei Greenpeace in Österreich. Im März 2016 verabschiedete Szyszko einen Beschluss über eine Änderung des Waldbewirtschaftungsplans im Bialowieza-Urwald: Die Abholzungsrate soll verdreifacht und damit 180. 000 Kubikmeter Wald vor Ort abgeholzt werden. Als Grund für diese Entscheidung nennt die polnische Regierung den Befall des Bialowieza-Waldes durch den Borkenkäfer. Die EU-Kommission lässt diese Begründung jedoch nicht zu. WissenschaftlerInnen bestätigen, dass der Borkenkäfer bereits seit Jahrhunderten Teil dieses Ökosystems ist. „Der Borkenkäfer ist nur eine Ausrede der polnischen Regierung. Der Bialowieza-Urwald hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er sehr gut alleine mit dem Waldbewohner klarkommt“, so Meus. „Wirtschaftliche Interessen scheinen für den Holzeinschlag im Vordergrund zu stehen.“

Die Entscheidung der EU-Kommission folgt einer internationalen Protest-Welle gegen die Abholzungspläne im Bialowieza-Urwald, an der sich auch Greenpeace beteiligt hat. Die Umweltschutzorganisation führt bereits seit Jahren eine Kampagne zum Schutz des Bialowieza-Waldes. Dieser ist einer der letzten Urwälder Europas und bietet mehr als 11. 000 Tieren ein Zuhause. Der Urwald beheimatet ebenso die höchsten Eichen der Welt von über 40 Meter. Gemeinsam mit weiteren Umweltschutzorganisationen zeigte Greenpeace in der Vergangenheit auf, dass die Abholzungen gegen polnisches und europäisches Recht verstoßen. Dies war einer der Gründe, weshalb die EU-Kommission mit einem Verfahren gegen Polen startete. Neben dem Natura-2000-Netzwerk ist der Urwald ebenso Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Erst letzte Woche sprach sich die UNESCO erneut für den Schutz des Bialowieza-Urwaldes aus und forderte Polen dazu auf, den Holzeinschlag im Urwald sofort zu beenden. „Die letzten Wochen zeigen ganz klar: Europa steht hinter dem Bialowieza-Urwald. Die polnische Regierung muss der verheerenden Zerstörung endlich ein Ende setzen“, fordert Meus abschließend.

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Die Greenpeace-Petition zum Schutz des Bialowieza-Urwalds finden Sie unter: https://wald.greenpeace.at/bialowieza

Rückfragen & Kontakt:

Lukas Meus
Wald-Sprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 8169713
E-Mail: lukas.meus@greenpeace.org

Reka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 857 45 98
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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