Creditreform FIRMENINSOLVENZSTATISTIK 1. Halbjahr 2017: 22 Insolvenzen pro Werktag

Firmeninsolvenzen sinken so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2017 zeigen, dass der im 1. Quartal begonnene Trend weitergeht: Die Zahl der Firmeninsolvenzen sinkt weiter um 3,4% auf rund 2.700 Verfahren. So wenige Insolvenzen gab es seit dem historischen Tiefststand von 2015 nicht mehr. Die eröffneten Verfahren sind dabei um 5,1% auf 1.617, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen um 0,7% auf 1.096 gesunken. Bei allen Insolvenzverfahren waren in Summe rund 7.000 Arbeitsplätze betroffen, die Insolvenzverbindlichkeiten werden auf ca. 600 Mio. Euro geschätzt.

Betroffen sind vor allem Einzelunternehmer bzw. Unternehmen mit weniger als 5 Arbeitnehmern im Bau(neben)gewerbe, in der Gastronomie oder im Transportwesen. Großinsolvenzen mit überdurchschnittlich hohen Passiva und vielen betroffenen Arbeitnehmern gab es keine. Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform, erklärt die Insolvenzentwicklung: „Österreichs Unternehmen haben seit der Finanzkrise 2007/2008 dazugelernt und sind krisenfester aufgestellt. Die Eigenkapitalausstattung hat sich kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die Konjunktur nun deutlich anzieht, getrieben vom Export, dem Tourismus und der guten Binnennachfrage. Dank der Kauflaune der Konsumenten geht es auch dem Handel gut. Die Insolvenzen werden daher weiter zurückgehen.“  

Bundesländervergleich

Die größten Rückgänge meldeten das Burgenland (-23,6%), die Steiermark (-21,9%) und Vorarlberg (-16,0%). Gegen den Österreichtrend verzeichneten die Bundesländer Kärnten
(+12,3%), Salzburg (+6,6%) und Niederösterreich (+4,1%) einen Zuwachs an Insolvenzen.

Die höchste  relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit 11 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt etwas mehr als 7 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.  

Branchenvergleich - Rückgänge im Bau und in der Industrie

Die traditionell am stärksten betroffene Branche ist das Bauwesen mit 21 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen. Allerdings zeigt die gute Konjunktur Auswirkungen auf die Entwicklung. Sowohl im Baugewerbe (-10,7%) als auch in der Industrie (-28,0%) gingen die Insolvenzen stark zurück. Auch im Handel und im Transportwesen gab es weniger Insolvenzen als im Vorjahr. Eine Zunahme verzeichneten hingegen das Kredit- und Versicherungswesen mit einem Plus von 29,4% sowie die Gastronomie (+5,1%).

Conclusio 1. Halbjahr 2017 - Weiterhin Optimismus

Die im Rahmen der Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung zweimal jährlich befragten Unternehmen haben schon im Herbst 2016 optimistisch in das Jahr 2017 gesehen. Dieser Trend hat sich bei der Frühjahrsumfrage im heurigen Jahr bestätigt, wo über 30% der Unternehmen mit steigenden Umsätzen rechnen. Das Geschäftsklima ist so gut wie seit 2012 nicht mehr. Getrieben wird dieser Optimismus durch starke Exporte, weiterhin niedrige Finanzierungskosten und einer guten Kauflaune der heimischen Konsumenten. Alle Zahlen zeigen in die gleiche Richtung nach oben. Und die Insolvenzen gehen weiter zurück, sodass 2017 als das Jahr mit den geringsten Insolvenzen seit Jahrzehnten in die Geschichtsbücher eingehen wird können. 

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Österreichischer Verband Creditreform
Mag. Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer
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