NEOS Wien | TANZ DURCH DEN TAG: Wiens Jugend- und Festivalkultur blutet aus

NEOS Wien fordert eine Entrümpelung der überbordenden Auflagen für Veranstaltungen. Ein Nachtbürgermeister soll zwischen Veranstaltern, Bürgern und dem Amt vermitteln.

Wien (OTS) - Die rot-grüne Stadtregierung lässt die Jugend- und Festivalkultur in Wien ausbluten, anstatt sie zu fördern. Erst dieses Wochenende hat die Wiener Stadtregierung ein Festival knapp an den Ruin gebracht. 

Mit ihrer Hinhaltetaktik verunmöglicht sie jedwede Planungssicherheit von privaten Veranstaltern. TANZ DURCH DEN TAG hat alleine 7 ½ Monate auf die Genehmigung der Grundbenützung gewartet. Zusätzlich wurde den Veranstaltern dann mehrmals eine Bespielung der Fläche bis 24:00 Uhr in Aussicht gestellt und schlussendlich auch zugesagt, um Stunden später wieder auf 22:00 Uhr korrigiert zu werden. Diese politische Willkür hat ein wirtschaftliches Leben in Unsicherheit zur Folge. Hier leistet die MA 36 zwar sehr gute Arbeit, aber sie sind in diesem Fall den politischen Machtspielchen ausgeliefert.

Die Auflagen machen für viele Betreiberinnen und Betreiber eine positive Bilanz schier unmöglich. „Die Jugend- und Veranstaltungsszene in der Bundeshauptstadt benötigt mehr Freiräume und dazu ein grundsätzliches Bekenntnis der Stadt Wien“, erklärt NEOS Wien Wirtschaftssprecher Markus Ornig im Zuge der gemeinsamen Pressekonferenz mit den Veranstaltern des Festivals TANZ DURCH DEN TAG.

Wien hinkt in Sachen Clubkultur anderen europäischen Städten hinterher

In anderen deutschsprachigen Städten wie Zürich, Hamburg, München oder Berlin hat man bereits erkannt, dass die Club- und Festivalkultur als wichtiger Wirtschaftsfaktor Arbeitsplätze schafft. Nur in Wien weiß man noch nicht, wie viele Arbeitsplätze an diesem Wirtschaftsbereich hängen.

Die Stadtregierung soll deswegen eine Studie zu diesem Thema in Auftrag geben um zu ergründen. Die Stadtregierung muss herausfinden, welche Weichen gestellt gehören, damit dieser nicht zu unterschätzende Wirtschaftsfaktor gestärkt werden kann. Aus anderen Großstädten wissen wir, dass eine Überregulierung und langwierige Behördenwege immer ein extremes Hemmnis darstellen. Deshalb fordern wir NEOS die Streichung der überbordenden gesetzlichen Auflagen und Fesseln für heimische Veranstalter und Clubbetreiber.

Wien braucht einen Nachtbürgermeister

Zusätzlich braucht es eine Ansprechperson, die sich um die Anliegen und Fragen rund um Veranstaltungen kümmert. NEOS Wien fordert daher einen Nachtbürgermeister für Wien: Ein Nachtbürgermeister, wie er in Amsterdam seit einigen Jahren etabliert ist, vermittelt zwischen der Stadt, den Betreibern von Bars, Clubs, Konzertstätten, Verkehrsbetrieben und Anrainer-Initiativen. Die Person soll auch als Übersetzer zwischen Stadtverwaltung, Polizei, Anrainern und Veranstaltern fungieren.

 

TANZ DURCH DEN TAG fordert mehr Freiheit für junge Menschen mit kulturellen Visionen für Wien

Die Veranstalter von TANZ DURCH DEN TAG warten mit einer Reihe von Vorschlägen auf, die vor allem der unterentwickelten Jugendkultur in Wien einen Wachstumsschub geben sollen. Die Anerkennung des Wirtschaftsmotors Festival-, Open Air- und Clubkultur darf von Seiten der Wiener Stadtregierung kein Lippenbekenntnis mehr sein.

Die Anerkennung der Relevanz von zeitlosen Räumen ist ein weiteres Anliegen, das TANZ DURCH DEN TAG verfolgt. „In einer Gesellschaft, in der jede Minute durchgeplant ist, bedarf es ausgleichender Momente, wo es erlaubt ist, die Zeit, die Uhr und das Handy hinter sich zu lassen. Deshalb fordern wir eine Sperrstundenabschaffung für festgelegte freie bespielbare Flächen“, erklärt Jan Ernst von TANZ DURCH DEN TAG.

Wien soll sich hier ein Beispiel an Berlin nehmen, wo aus einer Kooperation mit lokalen Veranstaltern und Kulturtreibenden ein lukrativer Wirtschaftszweig etabliert wurde. Dazu gehört:

  • Erleichterung des Zugangs zu öffentlichen Räumen. Neue Verwaltungskultur der Räume, welche allen Stadtbewohner_innen gehören!
  • Gleichbehandlung von Bürger_inneninteressen: Ruhe ab 22:00 Uhr ist das Bedürfnis vieler Anrainer_innen, ebenso wie viele junge Menschen die Nacht im Freien genießen möchten. Es muss daher Zeitspannen geben, in denen es möglich ist, einen angemessen Schallpegel den Anrainer_innen zuzumuten. Genauso wie an fast allen Tagen im Jahr Ruhe ab 22:00 gewährleistet ist.
  • Bessere infrastrukturelle Unterstützung seitens der Wiener Betrieben für kleinere Initiativen
  • Klare, transparente und begründete Regelungen bei der Vergabe von öffentlichen Plätzen für Veranstaltungen sowie Sperrstundenverlängerungen und 10 lauten Veranstaltungstagen pro Jahr

TANZ DURCH DEN TAG war und ist immer bemüht alle Vorschriften und Gesetze einzuhalten. „Die meisten Bestimmungen machen auch Sinn, sollten aber auf ihre praktische Umsetzbarkeit geprüft und neu überdacht werden. Die Auflagen sollten sich erfüllbar und finanzierbar gestalten. Initiativen, die einen kulturellen Mehrwert für alle Stadtbewohner_innen schaffen, gehören ermöglicht und nicht verhindert“, betont Festival-Veranstalter Fabian Burger.

NEOS: Volle Transparenz für Veranstaltungen auf der Donauinsel

„Leider läuft es auch im Bereich Festival- und Clubkultur wie so oft in Wien: Wenn man die richtigen Leute kennt oder die richtigen Leute im Vorstand hat, funktioniert alles gleich besser. Auch hier herrschen Freunderlwirtschaft, Intransparenz und Sonderregelungen“, kritisiert NEOS Wien Klubchefin Beate Meinl-Reisinger.

Zu welchen Bedingungen Veranstalter auf der Donauinsel ihre Events abhalten können, ist weder für die Öffentlichkeit noch für die Opposition im Gemeinderat nachvollziehbar. Das Gelände gehört der Stadt Wien und wird von der MA 45 verwaltet. Diese ist auch bis 2013 als Vermieter der Donauinsel aufgetreten. 2013 wurde dann – ohne Gemeinderatsbeschluss – dieser Aufgabenbereich des Magistrats an den „Verein Freunde der Donauinsel“ ausgelagert. Warum auf einmal eine Vereinskonstruktion geschaffen wurde, kann Stadträtin Ulli Sima nicht erklären. Stellvertretender Vorsitzender ist der Dienststellenleiter der MA 45. Vereinsvorsitzender ist Sascha Kostelecky, ehemaliger Organisator des SPÖ-Donauinselfestes. Ehemals öffentliche Aufgaben werden also in einem intransparenten Verein unter Beteiligung roter Freunde ausgelagert. Was mit den Einnahmen aus der Vermietung der Donauinsel als Eventlocation passiert, bleibt genauso im Dunkeln wie die von der Stadt dem Verein gewährten Konditionen

„Die Donauinsel hat sich als Naherholungsgebiet der Wienerinnen und Wiener etabliert und darf nicht von einer politischen Partei für sich alleine beansprucht werden. Wir fordern – wie bei allen anderen ausgelagerten Gesellschaften der Stadt Wien – eine Offenlegung der Finanzen, die Abschaffung der Bevorzugung von SPÖ-Events und eine Rückbesinnung auf die politischen Aufgabe dieser Stadtregierung: Wien lebenswert für die Wienerinnen und Wiener zu machen“, schließt Meinl-Reisinger.  

Rückfragen & Kontakt:

NEOS – Klub im Wiener Rathaus
Presse
0664 849 15 51
kornelia.kopf@neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKW0001