Staatssekretärin Duzdar: „Digital Leaders“ in der Verwaltung gesucht

„Wir wollen bestmöglich ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst“

Wien (OTS) - „Die Digitalisierung bringt enorme Umwälzungen für unsere Gesellschaft und durchdringt alle Lebensbereiche. In dieser Zeit des Umbruchs hat der Staat die Aufgabe, in diesem Prozess für Stabilität zu sorgen und Innovationen voranzutreiben“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar heute, Dienstag, im Rahmen eines Pressegesprächs zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen durch die Digitalisierung von Gesellschaft und Staat, das sie gemeinsam mit GÖD-Vorsitzenden Norbert Schnedl abhielt.

Staatssekretärin Duzdar betonte, dass der Staat aber auch ein Innovationsmotor sei, der die Digitalisierung gestalte und fördere. „Ohne den Staat gäbe es vieles nicht, was etwa ein iPhone zu einem Smartphone macht. Wir wollen daher auch weiterhin als Innovationsmotor agieren und den Wandel mitgestalten“, so Staatsekretärin Duzdar.

Innovation sollte in der Verwaltung „von innen heraus“ umgesetzt werden, nicht als Top-Down Prozess, sondern als gemeinsames Bottom Up. „Die Veränderungsprozesse haben dort gut funktioniert, wo die Belegschaft eingebunden war. Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung eine große Chance für uns als Verwaltung sein kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Prozesse am besten. Auf dieses Knowhow sollte kein Arbeitgeber verzichten, schon gar nicht wir im öffentlichen Dienst“, so Duzdar.

Da es auf dem Arbeitsmarkt zu Veränderungen kommen werde, habe die Verwaltung auch die Verpflichtung, die digitale Kompetenz in der öffentlichen Verwaltung zu stärken. „Wir wollen bestmöglich ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um den Bürgerinnen und Bürgern das beste Angebot machen zu können. Mir ist wichtig, dass wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit diesen Herausforderungen nicht alleine lassen, sondern ausreichende Information und Schulungen anbieten“, so die Staatssekretärin. Als Neuerung ist die Einrichtung eines „Digital Leaders“-Programm im Ausbildungsprogramm vorgesehen, das an der Digitalisierung besonders interessierte Kolleginnen und Kollegen sowohl mit exzellenten digitalen Kompetenzen ausstattet, als auch für innovative Konzepte und neue Zusammenarbeitsformen ausrüstet und sie untereinander vernetzt. „Damit sollen an vielen Stellen in der Verwaltung innovative Projekte, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst kommen, umgesetzt werden. Denn eines können wir uns nicht leisten: Auf die Expertise unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verzichten“, so Duzdar.

GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl machte darauf aufmerksam, dass die Digitalisierung bezüglich des humanen Aspekts der Arbeitsgestaltung Problembereiche geschaffen habe. Erreichbarkeiten außerhalb der vereinbarten Dienstzeiten oder im Urlaub führten dazu, dass Kolleginnen und Kollegen dem hier entstehenden großen Druck nicht mehr gewachsen seien. „Wir sind daher gefordert, gemeinsam Regelungen zu schaffen, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nicht durch digitale Instrumente ausgenützt werden“, so Schnedl.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst müssten auch vor Selbstausbeutung geschützt werden. „Hier sind klare Grenzen zu setzen, um die humanen und sozialen Aspekte der Arbeitswelt zu achten und zu respektieren. Ich begrüße daher auch das ,Digital Leaders‘-Programm, weil Führungskräfte eine besondere Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben“, so Schnedl.

Die Digitalisierung werde die Verwaltung grundlegend verändern, in den nächsten zehn Jahren werden mindestens 50 Prozent der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst in den Ruhestand treten. „Wenn wir für die Zukunft gerüstet sein wollen, dann brauchen wir jetzt in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung eine Aufnahme- und Ausbildungsoffensive. Wir müssen beim Kampf um die besten Köpfe schon jetzt die entsprechenden Schritte setzen“, so Schnedl abschließend.

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