Karas: Scheinwerferlicht auf Steuertrickser

EU-Parlament beschließt neue Offenlegungspflicht für Amazon, Fiat, Starbucks und Co.

Straßburg (OTS) - Das Europäische Parlament hat sich heute mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass multinationale Firmen offenlegen müssen, wo sie wie viel Steuern zahlen. "Wir wollen das Scheinwerferlicht auf die Steuertrickser richten, die ihre Gewinne künstlich in die steuerschonendsten Länder verschieben", erklärte der Europaabgeordnete Othmar Karas nach der heutigen Abstimmung.

"Die länderspezifische Berichtspflicht, die ich als Chefverhandler für die Bankenregulierung bereits für Kreditinstitute durchgesetzt habe, wird nun auf multinationale Konzerne ausgeweitet. Firmen mit einem Nettoumsatz ab 750 Millionen Euro sollen künftig für jedes Land einzeln offenlegen, wie viel Steuern sie zahlen, wie viel Mitarbeiter sie haben und wie viel Umsatz sie machen", sagte Karas.

Die Offenlegungspflicht, die für Banken bereits seit 2015 gilt, hat bereits ans Licht gebracht, dass europäische Banken beispielsweise im Jahr 2015 628 Millionen Euro Gewinne in Staaten generiert haben, in denen sie keine einzige Person beschäftigen.

"Die länderspezifische Berichtspflicht löst das Problem der Steuerschlupflöcher noch nicht. Aber durch die Offenlegung wird Druck erzeugt. Wenn sichtbar wird, dass manche Firmen vor allem in Land A arbeiten, aber Steuern vor allem in Land B zahlen, dann ist klar, wo die Eiterbeulen sind, die wir aufstechen müssen. Wir wollen, dass Unternehmen dort Steuern zahlen, wo die Wertschöpfung stattfindet", so Karas.

"Eine Billion Euro an potenziellen Steuereinnahmen gehen in der EU jährlich durch den Gesamteffekt von Steuerbetrug, Steuerhinterziehung und Steuerumgehung verloren. Um diese Lücken zu schließen, brauchen wir endlich mehr gemeinsame europäische Steuerpolitik und ein Ende der Uneinigkeit der Mitgliedstaaten", sagte Karas.

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