Jüdische Gemeinde Wien trauert um Simone Veil

Präsident Deutsch: Geistiges Vermächtnis für die Zukunft bewahren

Wien (OTS) - Mit großer Trauer wurde die Nachricht vom Tod Simone Veils in der Jüdischen Gemeinde Wien aufgenommen. Die Welt hat mit Simone Veil eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren. Ihr Weitblick, Charisma und Kampfgeist hat viele Menschen in ihrem Glauben an ein geeintes Europa bestärkt. Als Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen hatte ihr Einsatz als Politikerin für Frieden und Aussöhnung einen ganz besonderen Stellenwert. Dabei sah sie als dauerhaftes Fundament für eine freie Zukunft die Weitergabe der Erinnerung und Demokratie. In ihrem Verständnis von Demokratie vertrat sie ganz bestimmte Werte wie Zivilcourage, Toleranz und Achtung des Anderen. Simone Veil warnte vor einer Banalisierung der Shoah nach der Zeit der Zeugen und forderte in der Erinnerungsarbeit mehr als nur Worte oder gute Vorsätze und Absichten.

"Simone Veils Ziel war ein friedliches und geeintes Europa. Gleichzeitig hat sie dieses Europa aber auch in der Pflicht gesehen, entschlossen gegen jegliches Wiedererstarken des Antisemitismus anzukämpfen und die Sicherheit und das Vertrauen der Jüdischen Gemeinden Europas zu stärken. Ich sehe es als unser aller Pflicht, das geistige Vermächtnis Simone Veils für die Zukunft zu bewahren und weiterzuführen. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt der Familie" so die Worte des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch.

Rückfragen & Kontakt:

Israelitische Kultusgemeinde Wien, Tel: 01 53104-105

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IKG0001