Neues Volksblatt: "Terminfrage" (von Harald Engelsberger)

Ausgabe vom 30. Juni 2017

Linz (OTS) - Es grenzt fast an ein Wunder und doch ist es irgendwie symptomatisch. Zuerst wird auf Teufel komm raus gestritten, partout das Gegenteil vom eigentlichen Mitstreiter behauptet und jahrelang wurde nichts Gescheites weitergebracht. Doch kaum gipfelt dieser Rosenkrieg im Platzen der Koalition und im unausweichlichen Ende dieser Polit-Ehe, schon findet man diverse Gemeinsamkeiten. Da wird miteinander noch schnell die Bildungsreform durchgepeitscht und letztendlich sogar in fast einstimmiger Harmonie mit der Opposition der Pflegeregress abgeschafft und man klopft sich gegenseitig fast wieder auf die Schulter.
Ja, wenn die Scheidung erst einmal öffentlich ist, erinnert man sich an vergangene Harmonien und gemeinsame Ideen, die man einst umsetzen und verwirklichen wollte. Kurz vor der Trennung schweißt das nochmal zusammen, man bündelt die Kräfte und zieht an einem Strang. Vielleicht hätte man das schon früher machen sollen, denn dann müssten wir erst im Herbst 2018 wählen. Doch der vermeintliche Frieden ist wohl eh nicht so ernst gemeint. Höhepunkt war zuletzt der unter der Gürtellinie ausgeteilte Seitenhieb der SPÖ, die trotz gegenteiliger Zusagen im Vorfeld, die ÖVP beim Uni-Budget glatt überstimmt hat. Und schon ist man wieder in der alten Rolle, geht getrennte Wege und stellt sich gegenseitig ein Bein – damit ist klar, wir müssen diesen Herbst wählen ...

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