Rasinger: Rückgrat der Versorgung bleibt der Hausarzt

ÖVP-Gesundheitssprecher: Jede Gemeinde soll Zugang zu hausärztlicher Versorgung haben

Wien (OTS) - Die Primärversorgung ist ein Zusatzangebot und nicht als Systemwechsel in Richtung holländisches oder englisches System zu verstehen. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger anlässlich der Debatte zum Gesundheitsreformumsetzungsgesetz im Nationalrat. "Der Hausarzt ist und bleibt für die ÖVP aber das Rückgrat der medizinischen Versorgung."

"Die ÖVP will den Hausarzt aufwerten und keinesfalls ersetzen. In Österreich gibt es 4.000 Hausärzte, die jährlich 65 Millionen Patientenkontakte haben. Jeder Österreicher geht etwa achtmal pro Jahr zum Hausarzt. 94 Prozent schätzen den Hausarzt sehr. Österreich hat also ein Weltklasse- Gesundheitssystem, aber man soll auch Neues zulassen", so Rasinger, selbst seit 33 Jahren Hausarzt.

"Wir brauchen ein niederschwelliges System, das sich für ältere, gebrechliche Menschen einsetzt, denn diese haben nicht immer ein Auto und brauchen eine Betreuung in Wohnortnähe", unterstreicht Rasinger die Wichtigkeit der Hausärzte. Für jede Gemeinde soll eine hausärztliche Betreuung zur Verfügung stehen.

"Über der Versorgung mit Hausärzten schwebt allerdings eine 'Gewitterwolke'", verwies Rasinger auf den drohenden Hausärztemangel. 50 Prozent der Hausärzte werden in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen. "Wir brauchen aber dringend ausreichend gute Ärztinnen und Ärzte mit Empathie und Erfahrung, die auch Zeit für ihre Patienten haben." Neben dem Primärversorgungsgesetz bedürfe es daher vieler weiterer Maßnahmen wie beispielsweise einer Attraktivierung der Ausbildung in den Spitälern, eine Sicherstellung der Finanzierung von Lehrpraxen sowie eine bessere Honorierung. "Es kann nicht sein, dass Hausärzte bis zu 40 Prozent weniger als Fachärzte verdienen", so Rasinger.

"Wir wollen mit dem Gesetz die Zusammenarbeit aller verbessern", wies Rasinger zudem auf die notwendige enge Kooperation mit allen Beteiligten wie Sozialversicherung, Ärzte und Bund, aber auch der betroffenen Berufsgruppen.
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